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CAD-RADS 2.0: Kategorien, Modifikatoren und Ischämie

CAD-RADS 2.0 fasst die Koronar-CT-Angiographie in einer Kategorie pro Patient zusammen, gefolgt von der Plaquelast und den Modifikatoren. Dieser Abschnitt erklärt, wie jede Kategorie vergeben wird, in welcher Reihenfolge der Code geschrieben wird und wie das Ergebnis einer CT-FFR oder einer CT-Perfusion einfließt. Das zusammengefasste Vorgehen gilt für den stabilen Thoraxschmerz.

Das Wichtigste

  • Die CAD-RADS-Kategorie wird einmal pro Patient vergeben und richtet sich nach der klinisch relevantesten Stenose, fast immer der höchstgradigen.
  • CAD-RADS 0 setzt voraus, dass weder Plaque noch Stenose vorliegt; eine Plaque ohne Stenose genügt bereits für CAD-RADS 1.
  • Eine Hauptstammstenose von 50 % oder mehr ist 4B, auch wenn kein Gefäß 70 % erreicht, ebenso eine Drei-Gefäß-Erkrankung mit 70 % oder mehr.
  • Ist ein Segment nicht beurteilbar und erreicht ein beurteilbares Segment 50 %, wird die Stenose graduiert und /N ergänzt. Erreicht keines 50 %, ist die Kategorie N.
  • Der Code wird in der Reihenfolge Kategorie, P, N, HRP, I, S, G und E geschrieben, getrennt durch Schrägstriche; bei CAD-RADS 0 wird kein P vergeben.
  • Bei einer CT-FFR, gemessen 1 bis 2 cm distal der Läsion, ist 0,75 oder weniger I+, 0,76 bis 0,80 I± und über 0,80 I−.
In diesem Abschnitt (10)
  1. Patientenbezogene CAD-RADS-Kategorie
  2. CAD-RADS 0 vs. CAD-RADS 1
  3. CAD-RADS 2 und CAD-RADS 3
  4. CAD-RADS 4A vs. 4B
  5. CAD-RADS 5 (vollständiger Verschluss)
  6. N als Kategorie und als Modifikator
  7. Reihenfolge der CAD-RADS-Modifikatoren
  8. Modifikator I mit CT-FFR
  9. Modifikator I mit CT-Perfusion
  10. CAD-RADS bei stabilem Thoraxschmerz

CAD-RADS-Code entschlüsseln

Geben Sie einen Code so ein, wie er im Befund steht, oder fügen Sie ihn ein. Angezeigt werden die Bedeutung jedes Bestandteils und ein Link zum jeweiligen Begriff.

Beispiele:

Die Entschlüsselung erläutert die Nomenklatur von CAD-RADS 2.0; sie interpretiert keine konkrete Untersuchung und empfiehlt kein Vorgehen.

Tabelle 1. Kategorien nach CAD-RADS 2.0 und vorgeschlagenes Vorgehen bei Patienten mit stabilem Thoraxschmerz. Es handelt sich um Konsensempfehlungen, die zusammen mit der Beurteilung und dem klinischen Kontext zu interpretieren sind.
KategorieHöchstgradige StenoseInterpretationVorgeschlagenes Vorgehen (stabiler Thoraxschmerz)
CAD-RADS 00 % (keine Plaque, keine Stenose)Keine KHKKeine weitere Diagnostik. Nicht atherosklerotische Ursachen erwägen.
CAD-RADS 11–24 % oder Plaque ohne StenoseMinimale nicht obstruktive KHKKeine weitere Diagnostik. Prävention nach P, intensiv bei P3–P4.
CAD-RADS 225–49 %Geringgradige nicht obstruktive KHKKeine weitere Diagnostik. Prävention nach P, intensiv bei P3–P4.
CAD-RADS 350–69 %Mittelgradige StenoseFunktionsdiagnostik erwägen. Intensive Prävention.
CAD-RADS 4A70–99 % in einem oder zwei GefäßenHochgradige StenoseInvasive Koronarangiographie oder Funktionsdiagnostik erwägen. Intensive Prävention.
CAD-RADS 4BHauptstamm ≥50 % oder drei Gefäße ≥70 %Hochgradige StenoseInvasive Koronarangiographie empfohlen. Intensive Prävention.
CAD-RADS 5100 %Vollständiger VerschlussInvasive Koronarangiographie, Funktions- oder Vitalitätsdiagnostik erwägen. Intensive Prävention.
CAD-RADS NNicht diagnostische UntersuchungObstruktive KHK nicht ausschließbarGegebenenfalls weitere oder alternative Diagnostik erforderlich.

Quelle: CAD-RADS 2.0, Tab. 4 (Volltext in PMC, ohne Seitenzahlen); Stenosebereiche auch in SCCT 2026, S. 15. In der Zeile CAD-RADS 5 schreibt Tab. 4 „total coronary occlusion or sub-total occlusion“; das Glossar behält „vollständiger Verschluss“ bei, weil die Kategorie 100 % voraussetzt.

Patientenbezogene CAD-RADS-Kategorie Per-patient CAD-RADS category CAD-RADS#

Weitere Bezeichnungen: CAD-RADS-Klassifikation, CAD-RADS-Kategorie, CAD-RADS-Score, Coronary Artery Disease – Reporting and Data System

CAD-RADS 2.0 vergibt für jeden Patienten eine einzige Kategorie. Sie richtet sich nach der klinisch relevantesten Stenose, in der Regel der höchstgradigen, und graduiert werden nur Gefäße mit einem Durchmesser von mindestens 1,5 mm.

Formulierung im Befund

Koronare Atherosklerose mit mäßiger Plaquelast (P2; SIS 3) und höchstgradiger Stenose im medialen RIVA: teilverkalkte Plaque mit mittelgradiger Stenose (50–69 %). CAD-RADS 3/P2.

Voraussetzung des Beispiels: Der Hauptstamm weist keine Stenose von 50 % oder mehr auf; liegt eine solche vor, ist die Kategorie 4B, auch wenn die höchstgradige Stenose nur mittelgradig ist.

Abgrenzung: Kategorie vs. Plaquelast: Die Kategorie richtet sich nach der klinisch relevantesten Stenose, P fasst die gesamte Plaque zusammen; P3 hebt eine geringgradige Stenose nicht auf CAD-RADS 3 an.

Beispiel in der Karte öffnen (CAD-RADS 3/P2) →
Bekannte Einschränkung der Karte

bei einem offenen Bypass zählt eine hochgradige Stenose distal der Anastomose nicht (1/P2/G statt 4A/P2/G); noch nicht behoben (in der Karte geprüft am 2026-10-08).

Siehe auch: Plaquelast (P1–P4) · Reihenfolge der CAD-RADS-Modifikatoren · Läsion, Segment und Gefäß · Mindestkaliber der beurteilten Äste

Quelle: CAD-RADS 2.0, Tab. 4, Fußnote · “The CAD-RADS classification should be applied on a per-patient basis for the clinically most relevant (usually highest-grade) stenosis.”

Details

In der Praxis. Zuerst wird jedes Segment graduiert und seine Stenose im Befund festgehalten. Die höchstgradige Stenose bestimmt die Kategorie, es sei denn, eine Stenose des Hauptstamms (HS; engl. LM) oder eine Drei-Gefäß-Erkrankung hebt sie auf 4B an. Geringere Läsionen werden im Befundtext beschrieben.

Fallstrick. Jedem Gefäß eine eigene Kategorie zuzuweisen, etwa „RIVA (LAD) CAD-RADS 3 und RCA CAD-RADS 2“. Der Patient erhält eine einzige Kategorie, und jede Läsion wird im Befund beschrieben.

In anderen Quellen. SCOT-HEART teilte jeden Patienten in drei Gruppen ein: normale Koronararterien, nicht obstruktive KHK und obstruktive KHK mit einer Stenose über 70 % bzw. über 50 % im Hauptstamm. CAD-RADS 2.0 vergibt eine von acht Kategorien. (Williams 2019, SCOT-HEART, Methoden)

In CCTA Map

Die Karte übernimmt den höchsten Grad der markierten Segmente und zeigt eine einzige Kategorie mit ihrer Begründung, z. B. „Mäßiggradige Stenose (50–69%)“. Der Befundentwurf beschreibt jedes Gefäß in einem eigenen Absatz. Einschränkung der Karte: Bei einem offenen Bypass (Bypassstenose unter 50 %) schließt die Karte alle Segmente des Zielgefäßes aus der Kategorie aus, auch die distal der Anastomose. Eine hochgradige RIVA-Stenose distal der Anastomose eines offenen LIMA-Bypasses auf den RIVA erscheint daher als CAD-RADS 1/P2/G statt 4A/P2/G. Der Befund kennzeichnet sie mit „(revaskularisiert durch LIMA-LAD)“, die Beurteilung führt sie unter „Native Stenosen, die durch einen offenen Graft überbrückt sind (aus der CAD-RADS-Kategorie ausgeschlossen)“ auf, und das vorgeschlagene Vorgehen entspricht Kategorie 1. Korrigieren Sie diese Textstellen mit „✎ Entwurf bearbeiten“.

Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte

Plaquelast: mäßig (P2; SIS 3).

Ramus interventricularis anterior (LAD): mittleres Segment: teilverkalkte Plaque, moderate Stenose (50-69%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste D1, D2: unauffällig.

Ramus circumflexus (LCX): proximales Segment: verkalkte Plaque, minimale Stenose (1-24%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste OM1, OM2: unauffällig.

Rechte Koronararterie (RCA): proximales Segment: verkalkte Plaque, milde Stenose (25-49%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste AM, PDA, PL: unauffällig.

Beurteilung Mäßige obstruktive koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 3/P2.

Obstruktive KHK (≥50%) in LAD.

CAD-RADS 0 vs. CAD-RADS 1 CAD-RADS 0 versus CAD-RADS 1#

Weitere Bezeichnungen: keine KHK (Interpretation von CAD-RADS 0 in CAD-RADS 2.0), minimale nicht obstruktive KHK (Interpretation von CAD-RADS 1 in CAD-RADS 2.0)

CAD-RADS 0 liegt nur vor, wenn weder Plaque noch Stenose nachweisbar ist. Jede Plaque führt mindestens zu CAD-RADS 1, auch ohne Lumeneinengung, etwa eine Plaque mit positivem Remodeling ohne Stenose.

Formulierung im Befund

Koronare Atherosklerose mit geringer Plaquelast (P1; SIS 1): nicht verkalkte Plaque mit positivem Remodeling im proximalen RIVA (LAD), ohne sichtbare Lumeneinengung. CAD-RADS 1/P1.

Voraussetzung des Beispiels: Das positive Remodeling ist das einzige Hochrisikomerkmal der Plaque; liegt ein weiteres vor, etwa niedrige Dichte (<30 HU), wird HRP ergänzt: CAD-RADS 1/P1/HRP.

Abgrenzung: „Ohne sichtbare Lumeneinengung“ vs. „ohne signifikante Stenose“: Ersteres entspricht 0 % auf der Skala von CAD-RADS 2.0; Letzteres ist kein Grad dieser Skala und lässt offen, ob eine minimale oder geringgradige Stenose vorliegt.

Beispiel in der Karte öffnen (CAD-RADS 1/P1) →
Bekannte Einschränkung der Karte

die Plaque mit 0 % erscheint ohne ihren Typ, und die Einengung ohne Plaque bei einer Anomalie wird nicht graduiert (0/E statt 3/E); noch nicht behoben (in der Karte geprüft am 2026-10-08).

Siehe auch: Offen, ohne Stenose und ohne Plaque · Agatston-Score · Positives Remodeling · Atherosklerotische Plaque

Quelle: CAD-RADS 2.0, Tab. 4, Fußnote b · “CAD-RADS 1 - This category should also include the presence of plaque with positive remodeling and no evidence of stenosis.”

Details

In der Praxis. Bevor eine Untersuchung als unauffällig bezeichnet wird, wird jedes Segment in Querschnitten und multiplanaren Rekonstruktionen auf kleine nicht verkalkte Plaques durchgesehen. Nach SCCT 2026 ist die Beurteilung als unauffällige Untersuchung dem Fehlen von Plaque und Stenose vorbehalten. Auch eine nicht atherosklerotische Einengung, etwa einer anomalen Koronararterie mit interarteriellem Verlauf, ist nicht CAD-RADS 0: Sie wird wie jede Stenose graduiert, und der Code wird um E ergänzt; ohne Plaque entfällt P, wie bei CAD-RADS 3/E.

Fallstrick. Eine Untersuchung mit einem Agatston-Score von 0 und nicht verkalkter Plaque als CAD-RADS 0 einzustufen. Diese Plaque genügt für CAD-RADS 1 mit entsprechender Plaquelast.

In CCTA Map

Eine mit 0 % markierte Plaque hebt die Kategorie auf 1. In Kategorie 0 zeigt die Karte weder P noch HRP noch I. Einschränkungen der Karte: Der Befundentwurf formuliert die Plaque mit 0 % als „atherosklerotische Plaque ohne signifikante Stenose“ und lässt den Plaquetyp weg; schreiben Sie beim Bearbeiten des Entwurfs den Plaquetyp, gefolgt von „ohne sichtbare Lumeneinengung“. Außerdem lässt sich eine nicht atherosklerotische Einengung ohne Plaque, etwa einer anomalen Koronararterie mit interarteriellem Verlauf, nicht graduieren: Der Bereich „Ursprung der Koronararterien“ hat kein Feld für die Stenose, und der Fall erscheint als CAD-RADS 0/E. Wird die Einengung als Läsion markiert, erfasst die Karte sie als Plaque (teilverkalkt, sofern kein anderer Typ gewählt wird), zählt sie in P mit und beschreibt sie als Atherosklerose. Lassen Sie die Einengung unmarkiert und tragen Sie beim Bearbeiten des Entwurfs ihren Grad und die korrekte Kategorie ein, z. B. CAD-RADS 3/E, ohne P, wenn in keinem Segment Plaque vorliegt.

Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte

Ramus interventricularis anterior (LAD): proximales Segment: atherosklerotische Plaque ohne signifikante Stenose mit einem isolierten Merkmal (positives Remodeling); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste D1, D2: unauffällig.

Beurteilung Minimale, nicht obstruktive koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 1/P1.

Nicht-obstruktive KHK in LAD.

CAD-RADS 2 und CAD-RADS 3 CAD-RADS 2 and CAD-RADS 3#

Weitere Bezeichnungen: geringgradige nicht obstruktive KHK (Interpretation von CAD-RADS 2 in CAD-RADS 2.0), mittelgradige obstruktive KHK, mäßiggradige Stenose

Bei CAD-RADS 2 ist die höchstgradige Stenose geringgradig (25–49 %) und die KHK nicht obstruktiv. Bei CAD-RADS 3 ist sie mittelgradig (50–69 %), und es wird bereits vorgeschlagen, eine Funktionsdiagnostik zu erwägen.

Formulierung im Befund

Koronare Atherosklerose mit geringer Plaquelast (P1; SIS 2) und höchstgradiger Stenose im proximalen RCX (LCX): nicht verkalkte Plaque mit mittelgradiger Stenose (50–69 %), visuell auf ca. 55 % geschätzt. CAD-RADS 3/P1.

Beispiel in der Karte öffnen (CAD-RADS 3/P1) →
Bekannte Einschränkung der Karte

mit dem Regler „Stenosegrad“ schreibt der Befundentwurf nur die Zahl, ohne Begriff und Bereich; noch nicht behoben (in der Karte geprüft am 2026-10-08).

Siehe auch: Stenosegraduierung (Skala 0–5) · Obstruktive und nicht obstruktive Stenose · CAD-RADS bei stabilem Thoraxschmerz · Modifikator I mit CT-FFR

Quelle: CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.1.1 · “In the presence of CAD-RADS 3, which reflects moderate stenosis (50–69%), there is an option to consider the use of CT-FFR, CTP, or stress testing”

Details

In der Praxis. Die Stenose wird in mindestens zwei senkrecht zueinander stehenden Ebenen abgeschätzt, und der minimale Lumendurchmesser wird mit einem normalen Referenzsegment verglichen. Liegt der Grad nahe 50 %, sollte die Läsion vor der Entscheidung zwischen 2 und 3 in Querschnitten nachbeurteilt werden.

Fallstrick. CAD-RADS 3 als direkte Indikation zur invasiven Koronarangiographie aufzufassen. Beim stabilen Patienten schlägt CAD-RADS 2.0 vor, eine Funktionsdiagnostik zu erwägen.

In anderen Quellen. In der invasiven Koronarangiographie bezeichnet die ACC/AHA/SCAI-Leitlinie 2021 zur Revaskularisation eine Stenose von 40 bis 69 % als intermediär; eine solche Stenose rechtfertigt in der Regel eine physiologische Beurteilung. In CAD-RADS 2.0 ist eine Stenose von 40 bis 49 % CAD-RADS 2. (ACC/AHA/SCAI-Leitlinie 2021 zur Revaskularisation, Abschn. 4.1)

In CCTA Map

Mit den Schaltflächen 2 und 3 unter „Schweregrad“ schreibt der Befundentwurf den Begriff und seinen Bereich, z. B. „moderate Stenose (50-69%)“; der Wert, den jede Schaltfläche speichert, steht nur für den Bereich, ist keine Messung und wird nicht ausgegeben. Einschränkung der Karte: Mit dem Regler „Stenosegrad“ schreibt der Befundentwurf nur die Zahl, z. B. „55% Stenose“, ohne Begriff und Bereich; ergänzen Sie Begriff und Bereich beim Bearbeiten des Entwurfs.

Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte

Ramus circumflexus (LCX): proximales Segment: nicht verkalkte Plaque, 55% Stenose; der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste OM1, OM2: unauffällig.

Rechte Koronararterie (RCA): mittleres Segment: teilverkalkte Plaque, milde Stenose (25-49%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste AM, PDA, PL: unauffällig.

Beurteilung Mäßige obstruktive koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 3/P1.

Obstruktive KHK (≥50%) in LCX.

CAD-RADS 4A vs. 4B CAD-RADS 4A versus 4B 4A · 4B#

Weitere Bezeichnungen: CAD-RADS 4 (Gruppe, die CAD-RADS 2.0 in 4A und 4B unterteilt), hochgradige obstruktive KHK, Hauptstammstenose oder Dreigefäßerkrankung

CAD-RADS 4A bezeichnet eine hochgradige Stenose (70–99 %) in einem oder zwei Gefäßen. 4B liegt bei einer Hauptstammstenose von 50 % oder mehr oder bei einer Drei-Gefäß-Erkrankung mit Stenosen von 70 % oder mehr vor.

Formulierung im Befund

Koronare Atherosklerose mit geringer Plaquelast (P1; SIS 1) und mittelgradiger Stenose (50–69 %) durch teilverkalkte Plaque im Hauptstamm. CAD-RADS 4B/P1.

Abgrenzung: Drei Gefäße mit mittelgradiger Stenose (50–69 %) sind CAD-RADS 3, nicht 4B: In CAD-RADS 2.0 erfordert die Drei-Gefäß-Erkrankung 70 % oder mehr in jedem Gefäß, und nur der Hauptstamm zählt ab 50 %.

Siehe auch: Hauptstamm der linken Koronararterie · Obstruktive und nicht obstruktive Stenose · CAD-RADS 2 und CAD-RADS 3 · Zuordnung einer Läsion an Segmentgrenzen und Bifurkationen

Quelle: CAD-RADS 2.0, Tab. 4, Zeile CAD-RADS 4 · “B - Left main ≥50% or 3-vessel obstructive (≥70%) disease”

Details

In der Praxis. Bei einer hochgradigen Stenose werden vor Festlegung der Kategorie der Hauptstamm (HS; engl. LM) und alle drei Versorgungsgebiete überprüft. Beim stabilen Patienten wird bei 4A eine invasive Koronarangiographie oder eine Funktionsdiagnostik erwogen; bei 4B wird die invasive Koronarangiographie empfohlen.

Fallstrick. Eine mittelgradige Hauptstammstenose als CAD-RADS 3 einzustufen, weil kein Gefäß 70 % erreicht. Eine Hauptstammstenose von 50 % oder mehr ist bereits 4B.

In anderen Quellen. Im SYNTAX-Score ist jede Läsion von 50 % oder mehr in Gefäßen ab 1,5 mm signifikant. Für Kategorie 4B wegen einer Drei-Gefäß-Erkrankung verlangt CAD-RADS 2.0 70 % oder mehr in jedem der drei Gefäße. (Sianos 2005, SYNTAX, S. 220)

In CCTA Map

Die Begründung lautet „Hauptstammstenose (HS) ≥50%“ oder „Drei-Gefäß-Erkrankung (≥70%)“. Für die Drei-Gefäß-Erkrankung zählt die Karte RIVA (LAD), RCX (LCX) und RCA einschließlich ihrer posterioren Äste, ohne Diagonal- und Marginaläste und ohne Ramus intermedius.

Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte

Hauptstamm (LM): teilverkalkte Plaque, moderate Stenose (50-69%).

Beurteilung Obstruktive koronare Herzkrankheit mit Hochrisiko-Konstellation durch Hauptstammstenose (≥50%). CAD-RADS-Kategorie 4B/P1.

Obstruktive KHK (≥50%) in LM.

CAD-RADS 5 (vollständiger Verschluss) CAD-RADS 5 (total occlusion)#

Weitere Bezeichnungen: Verschluss mindestens eines Koronargefäßes, Koronarverschluss

CAD-RADS 5 bezeichnet mindestens einen vollständigen Verschluss (100 %). Der Verschluss kann akut oder chronisch sein; die Kategorie unterscheidet nicht zwischen beiden, weil die Chronizität aus anderen Befunden abgeleitet wird.

Formulierung im Befund

Koronare Atherosklerose mit geringer Plaquelast (P1; SIS 2) und vollständigem Verschluss der medialen RCA durch nicht verkalkte Plaque sowie distaler Rekonstitution über Kollateralen aus dem RIVA (LAD); dieser Befund spricht für einen chronischen Verschluss. CAD-RADS 5/P1.

Abgrenzung: Distale Kontrastierung vs. offenes Gefäß: Da die CCTA intravenöses Kontrastmittel und eine verzögerte Akquisition nutzt, kann sich das Gefäß distal eines chronischen Verschlusses kontrastieren; SCCT 2026 definiert den vollständigen Verschluss über das vollständige Fehlen der Kontrastierung des Segments.

Siehe auch: Vollständiger Verschluss · Vollständiger In-Stent-Verschluss · Bypassstenose und Bypassverschluss

Quelle: CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.1.1 · “It may be acute or chronic, and, in the context of chronic occlusion, factors such as lesion length, calcification particularly at the proximal aspect, tortuosity and degree of collateralization”

Details

In der Praxis. Erscheint der Verschluss chronisch, hält CAD-RADS 2.0 für das weitere Vorgehen die Länge des verschlossenen Abschnitts, die Verkalkung an seinem proximalen Ende, die Tortuosität und das Ausmaß der Kollateralisierung für hilfreich. Beim stabilen Patienten wird eine invasive Koronarangiographie, eine Funktionsdiagnostik oder eine Vitalitätsdiagnostik erwogen.

Fallstrick. Jeden vollständigen Verschluss als chronisch zu bezeichnen. Als chronisch wird er nur beschrieben, wenn Befunde wie ein Kollateralkreislauf dafür sprechen.

In anderen Quellen. In der interventionellen Kardiologie ist der chronische Totalverschluss (CTO) als Stenose von 100 % mit TIMI-0-Fluss über mehr als drei Monate definiert. CAD-RADS 5 ist nicht gleichbedeutend mit CTO: Die Kategorie umfasst jeden vollständigen Verschluss, ob akut oder chronisch. (EuroCTO 2019, Galassi, S. 199)

In CCTA Map

Die Schaltfläche 5 oder der Regler „Stenosegrad“ bei 100 % ergeben Kategorie 5 mit der Begründung „Vollständiger Verschluss“. Kollateralen werden im Menü „Anatomie ▾“ unter „Kollateralkreislauf“ markiert und erscheinen im Befundentwurf nur, wenn sie das verschlossene Versorgungsgebiet rekonstituieren.

Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte

Ramus interventricularis anterior (LAD): proximales Segment: verkalkte Plaque, milde Stenose (25-49%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste D1, D2: unauffällig.

Rechte Koronararterie (RCA): mittleres Segment: nicht verkalkte Plaque, vollständiger Verschluss; der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste AM, PDA, PL: unauffällig.

Distale Wiederauffüllung der verschlossenen RCA über Kollateralen (von der LAD · apikale PDA–distale LAD-Anastomose), vereinbar mit einem chronischen Totalverschluss.

Beurteilung Vollständiger Verschluss mindestens eines Koronargefäßes. CAD-RADS-Kategorie 5/P1.

Obstruktive KHK (≥50%) in RCA.

Der vollständige Verschluss zeigt eine Rekrutierung von Kollateralen in Richtung des distalen Territoriums, was für Chronizität spricht (chronischer Totalverschluss, CTO) und für die Planung der Revaskularisationsstrategie und des Zugangswegs relevant sein kann (z. B. CTO-PCI). Die myokardiale Vitalität ist mit dedizierter Bildgebung zu bestätigen, da Kollateralen allein sie nicht zuverlässig vorhersagen.

N als Kategorie und als Modifikator Nondiagnostic (N) category and modifier N#

Weitere Bezeichnungen: CAD-RADS N, N-Modifikator, nicht diagnostische Untersuchung (Bezeichnung von N in CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3.1), nondiagnostic

N kennzeichnet Segmente ab 1,5 mm, die sich nicht sicher beurteilen lassen. Erreicht ein beurteilbares Segment 50 %, wird die Stenose graduiert und /N ergänzt. Erreicht keines 50 %, ersetzt CAD-RADS N die Zahl.

Formulierung im Befund

Koronare Atherosklerose mit geringer Plaquelast (P1) und geringgradiger Stenose (25–49 %) durch verkalkte Plaque im proximalen RIVA (LAD). Die mediale RCA ist aufgrund von Bewegungsartefakten nicht beurteilbar, sodass eine obstruktive KHK in diesem Segment nicht ausgeschlossen werden kann. CAD-RADS N/P1.

Voraussetzung des Beispiels: Die Gesamtplaquelast lässt sich zuverlässig beurteilen; andernfalls lautet der Code CAD-RADS N ohne P.

Abgrenzung: Nicht beurteilbares Segment vs. Segment ohne Plaque: N bedeutet, dass das Segment nicht sicher beurteilt werden kann, nicht, dass keine Plaque vorliegt; eine sichtbare Plaque wird beschrieben, auch wenn ihre Stenose nicht graduiert werden kann.

Beispiel in der Karte öffnen (CAD-RADS N/P1) →
Bekannte Einschränkung der Karte

die Schaltfläche „N“ löscht die Plaque des Segments, die beim Entfernen von N nicht zurückkehrt, und das automatische P zählt sie nicht mehr; noch nicht behoben (in der Karte geprüft am 2026-10-08).

Siehe auch: Nicht beurteilbares Segment (nicht diagnostisch) · Mindestkaliber der beurteilten Äste · Reihenfolge der CAD-RADS-Modifikatoren · Gesamtbildqualität

Quelle: CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3.1 (Modifier N) und Abb. 12 · “for a patient with at least one non-interpretable segment and no stenosis (zero), minimal (1–24%), or no more than mild stenosis (25–49%) in interpretable segments, CAD-RADS N should be used”

Details

In der Praxis. Bevor ein Segment als nicht beurteilbar eingestuft wird, werden die rekonstruierten Phasen durchgesehen. Bleibt das Artefakt bestehen, wird das Segment im Befund mit seiner Ursache genannt, z. B. Bewegung, Blooming oder Metallartefakt. Eine dichte verkalkte Plaque erzwingt kein N: SCCT 2026 erlaubt, den sichtbaren Grad mit dem Hinweis anzugeben, dass Blooming ihn überschätzen kann, auch wenn manche Befunder ein Segment mit ausgedehnter Verkalkung als nicht beurteilbar ansehen. P wird nur ergänzt, wenn sich die Gesamtplaquelast zuverlässig beurteilen lässt; andernfalls bleibt der Code ohne P.

Fallstrick. Eine Untersuchung mit einer beurteilbaren mittelgradigen Stenose und einem nicht diagnostischen Segment als CAD-RADS N zu kodieren. Die Stenose wird graduiert und der Modifikator ergänzt, wie in 3/P2/N.

In anderen Quellen. Im CAC-DRS der SCCT bezeichnet N keine nicht diagnostische Untersuchung: Zusammen mit einer Zahl, wie in A2/N3, gibt es an, wie viele Arterien Kalk aufweisen. In CAD-RADS 2.0 kennzeichnet N Segmente, die sich nicht sicher beurteilen lassen. (CAC-DRS, SCCT 2018, Hecht; Obisesan 2021)

In CCTA Map

Die Schaltfläche „N“ im Editor markiert das Segment, das mit doppelter Kontur dargestellt wird, wie eine bewegungsverwischte Arterie. Je nach Markierung zeigt die Karte die Kategorie, z. B. „CAD-RADS N/P1“, oder den Modifikator, z. B. „3/P1/N“. Die Option „nicht diagnostisch“ im Auswahlfeld „Bildqualität“ im Bereich „Befundentwurf“ wendet dieselbe Regel auf die gesamte Untersuchung an, auch ohne markierte Segmente: Erreicht keine Stenose 50 %, ist die Kategorie N; erreicht eine Stenose 50 %, wird sie graduiert und /N ergänzt. Die Begründung nennt dann „Gesamtbildqualität nicht diagnostisch“, bei Kategorie N allein und bei /N im Anschluss an die Begründung der Stenose. Die übrigen Optionen von „Bildqualität“ ändern die Kategorie nicht. Einschränkung der Karte: Beim Markieren von N löscht die Karte die Plaque dieses Segments und behandelt es in SIS, P, Kategorie und Befundentwurf als plaquefrei; beim Entfernen von N kehrt die Plaque nicht zurück. Abschnitte derselben gezeichneten Plaque in anderen Segmenten bleiben erhalten und werden weiter graduiert: Bei einer vom proximalen bis zum medialen RIVA (LAD) gezeichneten Plaque mit 85 % und zwei Hochrisikomerkmalen ergibt N im medialen RIVA CAD-RADS 4A/P1/N/HRP. Ist die Plaque im N-Segment sichtbar, beschreiben Sie sie beim Bearbeiten des Entwurfs und legen Sie P im Menü „Modifikatoren P · I ▾“ mit „P wählen“ oder „Kalzium (Agatston)“ fest. Ist die Gesamtplaquelast nicht zuverlässig beurteilbar, wählen Sie unter „P wählen“ die Option „—“, damit der Code ohne P bleibt.

Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte

Bildqualität: eingeschränkt.

Ramus interventricularis anterior (LAD): proximales Segment: verkalkte Plaque, milde Stenose (25-49%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste D1, D2: unauffällig.

Rechte Koronararterie (RCA): mittleres Segment: aufgrund nicht diagnostischer Bildqualität nicht beurteilbar; der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste AM, PDA, PL: unauffällig.

Beurteilung Nicht diagnostische Untersuchung hinsichtlich einer obstruktiven koronaren Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie N/P1.

Nicht-obstruktive KHK in LAD.

Nicht beurteilbare Segmente: rechte Koronararterie (RCA) medial.

Es wird kein numerischer Stenosegrad zugeordnet: Die Koronar-CTA kann in diesem Kontext das Vorgehen nicht leiten und eine obstruktive koronare Herzkrankheit kann nicht ausgeschlossen werden. Zusätzliche oder alternative Abklärung erwägen (Wiederholung der CCTA, funktionelle/Stress-Bildgebung oder invasive Angiographie).

Reihenfolge der CAD-RADS-Modifikatoren CAD-RADS coding order and modifiers P · N · HRP · I · S · G · E#

Weitere Bezeichnungen: CAD-RADS-Modifikatoren, CAD-RADS-Code, CAD-RADS-Kodierung, CAD-RADS coding

Der Code nach CAD-RADS 2.0 folgt der Reihenfolge Stenose, Plaquelast und Modifikatoren, jeweils durch Schrägstriche getrennt. Auf P folgen N, HRP, I, S, G und E in dieser Reihenfolge, und zwar nur die zutreffenden.

Formulierung im Befund

Koronare Atherosklerose mit hoher Plaquelast (P3; SIS 5) und höchstgradiger Stenose im proximalen RIVA (LAD): nicht verkalkte Hochrisiko-Plaque mit niedriger Dichte und positivem Remodeling, mittelgradige Stenose (50–69 %). Offener Stent in der proximalen RCA ohne sichtbare Restenose. CAD-RADS 3/P3/HRP/S.

Abgrenzung: P vs. Modifikatoren: P ist die Kategorie der Plaquelast und folgt, sofern vergeben, der Stenosekategorie oder N; die Modifikatoren N, HRP, I, S, G und E folgen danach in dieser Reihenfolge.

Siehe auch: Plaquelast (P1–P4) · N als Kategorie und als Modifikator · Hochrisiko-Plaque · Modifikator S

Quelle: CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3, Kodierungsschema; SCCT 2026, Abschnitt „Impression“, S. 36 · “First: modifier N (non-diagnostic) Second: modifier HRP (high-risk plaque) Third: modifier I (ischemia) Fourth: modifier S (stent) Fifth: modifier G (graft) Sixth: modifier E (exceptions)”

Details

In der Praxis. Zuerst wird die Stenosekategorie geschrieben, danach P, das bei CAD-RADS 0 oder fehlender Plaque entfällt. Anschließend werden die zutreffenden Modifikatoren in ihrer festen Reihenfolge angefügt. Ist N die Kategorie, steht es an der Stelle der Zahl, wie in N/P2/S.

Fallstrick. /S vor /HRP zu schreiben, wie es CAD-RADS 1.0 mit dem früheren Modifikator V vorsah. In CAD-RADS 2.0 ist HRP der zweite Modifikator, wie in 3/P3/HRP/S.

In anderen Quellen. CAD-RADS 1.0 hatte vier Modifikatoren in der Reihenfolge N, S, G und V und enthielt keine Plaquelast. CAD-RADS 2.0 ergänzte P, I und E und ersetzte V durch HRP, das nun vor S steht. (CAD-RADS 1.0, Tab. 2, S. 271)

In CCTA Map

Die Karte setzt den Code in der Reihenfolge P, N, HRP, I, S, G und E zusammen und lässt P, HRP und I bei Kategorie 0 weg. Die Beurteilung im Befundentwurf wiederholt den vollständigen Code.

Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte

Ramus interventricularis anterior (LAD): proximales Segment: nicht verkalkte Plaque, moderate Stenose (50-69%) mit Merkmalen einer Hochrisiko-Plaque (niedrige Dichte und positives Remodeling); mittleres Segment: teilverkalkte Plaque, milde Stenose (25-49%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste D1, D2: unauffällig.

Ramus circumflexus (LCX): proximales Segment: verkalkte Plaque, minimale Stenose (1-24%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Ramus marginalis sinister (OM1): verkalkte Plaque, minimale Stenose (1-24%). Ast OM2: unauffällig.

Rechte Koronararterie (RCA): proximales Segment: offener Stent, ohne signifikante Restenose; mittleres Segment: teilverkalkte Plaque, milde Stenose (25-49%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste AM, PDA, PL: unauffällig.

Beurteilung Mäßige obstruktive koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 3/P3/HRP/S.

Obstruktive KHK (≥50%) in LAD.

Schema des Codes nach CAD-RADS 2.0: Kategorie, Plaquelast P und die Modifikatoren N, HRP, I, S, G und E in ihrer Reihenfolge
Abbildung 1. Der Code beginnt mit der Kategorie; es folgen die Plaquelast und am Ende die zutreffenden Modifikatoren in fester Reihenfolge. Ist N die Kategorie, steht es an der Stelle der Zahl.

Modifikator I mit CT-FFR Ischemia modifier with CT-derived fractional flow reserve I+ · I± · I−#

Weitere Bezeichnungen: CT-FFR (von der SCCT 2023 empfohlene englische Abkürzung), CT-basierte fraktionelle Flussreserve, FFRCT (engl., auch FFRct; die SCCT 2023 empfiehlt CT-FFR) nicht empfohlen, FFR-CT (engl.; die SCCT 2023 empfiehlt CT-FFR) nicht empfohlen, Ischämie-Modifikator, translesionaler Gradient (Abfall der CT-FFR über der Stenose; CAD-RADS 2.0 nennt ihn „delta CT-FFR“)

Die CT-FFR berechnet den Druck entlang des gesamten Koronarbaums aus der bereits akquirierten Koronar-CT-Angiographie. Sie extrahiert die Anatomie mittels maschinellen Lernens und simuliert den Fluss in Ruhe und unter Hyperämie mit numerischer Strömungssimulation (CFD), ohne weitere Akquisition und ohne Medikamentengabe. Jeder Wert ist der Quotient aus dem berechneten Druck an diesem Punkt und dem Aortendruck unter Hyperämie. Ein Wert von 0,72 bedeutet, dass der Druck an diesem Punkt 72 % des Aortendrucks beträgt; er wird so interpretiert, dass der maximale Fluss durch die Arterie 72 % des Flusses ohne Stenose erreicht. Die CT-Perfusion erfordert eine Akquisition unter Stress und beurteilt die Perfusion des Myokards; die CT-FFR schätzt dagegen den Druckabfall innerhalb der Arterie. Der Modifikator I wird anhand des läsionsspezifischen Werts vergeben, der 1 bis 2 cm distal der Stenose abgelesen wird. Ein Wert von 0,75 oder weniger in einem Gefäß mit für eine PCI ausreichendem Kaliber ist I+, 0,76 bis 0,80 ist I± und über 0,80 ist I−.

Formulierung im Befund

Koronare Atherosklerose mit geringer Plaquelast (P1; SIS 2) und höchstgradiger Stenose im proximalen RIVA (LAD): teilverkalkte Plaque mit mittelgradiger Stenose (50–69 %). Läsionsspezifische CT-FFR 0,72, gemessen 1 bis 2 cm distal der Stenose. CAD-RADS 3/P1/I+.

Abgrenzung: Anatomische Stenose vs. funktionelle Relevanz: Die Kategorie graduiert das Lumen und ändert sich durch die CT-FFR nicht; eine mittelgradige Stenose mit einer CT-FFR von 0,85 bleibt CAD-RADS 3, mit I−.

Beispiel in der Karte öffnen (CAD-RADS 3/P1/I+) →
Bekannte Einschränkung der Karte

beim Ändern von I mit den Schaltflächen unter „Direkt:“ löscht die Karte den eingegebenen CT-FFR-Wert, und die Beurteilung nennt weder den Wert noch die Diskordanz; noch nicht behoben (in der Karte geprüft am 2026-10-09).

Siehe auch: Modifikator I mit CT-Perfusion · Obstruktive und nicht obstruktive Stenose · CAD-RADS 2 und CAD-RADS 3 · Nicht beurteilt, nicht beurteilbar und nachgewiesenes Fehlen

Quelle: CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3.5.1 und Tab. 6 (Interpretation of CT-FFR) · “If there is presence of abnormal CT-FFR as defined as a lesion-specific value ≤ 0.75 in a vessel large enough for PCI the designation of “I+” (I=Ischemia) should be included.”

Details

In der Praxis. Die CT-FFR kann bei Stenosen von 50 bis 90 % eingesetzt werden, vor allem bei CAD-RADS 3 und 4A, und bei CAD-RADS 2 erwogen werden, wenn die Läsion proximal liegt und 40 % oder mehr beträgt. Bei I± hängt die Indikation zur invasiven Koronarangiographie von der Lokalisation der Läsion, den Symptomen und dem translesionalen Gradienten ab. Dieser Gradient ist der Abfall der CT-FFR zwischen 1–2 cm proximal und 1–2 cm distal der Stenose und ist signifikant, wenn er 0,12 übersteigt. Nach Nørgaard 2019 beginnt jede Auswertung der CT-FFR mit der Durchsicht der Koronar-CT-Angiographie, um jeden Druckabfall einer konkreten Läsion zuzuordnen. Jede Läsion mit pathologischer CT-FFR wird im Befund erwähnt, auch wenn sie bei der ersten Durchsicht keinen signifikanten Druckabfall zu verursachen schien. Ist die CT-FFR pathologisch ohne passende anatomische Läsion, sieht CAD-RADS 2.0 I− vor, wenn der Befunder sicher ist, dass ein falsch positives Ergebnis der CT-FFR vorliegt, und I±, wenn das Ergebnis unklar und die Interpretation beider Befunde zweifelhaft ist. In beiden Fällen ändert sich die Stenosekategorie nicht. Bei einer Mehrgefäßerkrankung ist die hämodynamisch relevante Läsion nicht unbedingt die höchstgradige; dies wird im Befundtext und in der Beurteilung klargestellt.

Fallstrick. I nach dem niedrigsten Wert im Gefäß zu vergeben, der die gesamte Plaquelast widerspiegelt. Maßgeblich ist der Wert 1–2 cm distal der Läsion.

In anderen Quellen. Bei der invasiven FFR verwendete die FAME-Studie 0,80 oder weniger als Schwelle für die Stentimplantation. Bei der CT-FFR behält CAD-RADS 2.0 I+ Werten von 0,75 oder weniger vor und wertet den Bereich von 0,76 bis 0,80 als grenzwertig (I±). Nørgaard 2019 hatte diese Grenzwerte bereits vorgeschlagen und sie unter anderem mit zwei Befunden begründet: Die CT-FFR liefert im Mittel um 0,03 bis 0,05 niedrigere Werte als die invasive FFR, und ihre Unsicherheit gegenüber der invasiven FFR ist zwischen 0,76 und 0,80 am größten. Da die CT-FFR eine Berechnung und keine Messung von Fluss und Druck ist, empfiehlt Nørgaard 2019, das Ergebnis als niedrige, grenzwertige oder hohe Wahrscheinlichkeit einer hämodynamischen Relevanz zu beschreiben statt als Ischämie. (Tonino 2009, FAME, Abstract; Nørgaard 2019, „FFRCT Threshold“ und „Results“)

Stenose in der CT vs. läsionsspezifische CT-FFR: Kodierung von I. In jeder Zeile ist die beschriebene Stenose die höchstgradige des Patienten.
Stenose in der CTCT-FFR 1 bis 2 cm distalKodierungInterpretation
Mittelgradig (50–69 %) im proximalen RIVA0,72CAD-RADS 3 mit I+Die pathologische CT-FFR passt zur Läsion. Bei einem symptomatischen Patienten, der voraussichtlich von einer Revaskularisation profitiert, kann eine invasive Koronarangiographie erwogen werden.
Mittelgradig (50–69 %) im proximalen RIVA, mit diffuser nicht obstruktiver KHK im medialen RIVA0,85 (0,76 im Endsegment)CAD-RADS 3 mit I−Die Läsion verursacht keinen signifikanten Druckabfall. Der Endwert ist keiner konkreten Stenose zuzuordnen und bestimmt I nicht. Es ist angemessen, die invasive Koronarangiographie zurückzustellen und die medikamentöse Therapie zu optimieren.
Minimal (1–24 %) im proximalen RIVA0,75 oder wenigerCAD-RADS 1 mit I− oder mit I±Die CT-FFR ist pathologisch ohne passende anatomische Läsion. I− gilt, wenn der Befunder sicher ist, dass ein falsch positives Ergebnis der CT-FFR vorliegt, I±, wenn das Ergebnis unklar und die Interpretation beider Befunde zweifelhaft ist. Die Kategorie bleibt 1.

Quelle: CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3.5.1 und Tab. 6. Die zweite Zeile gibt den Fall aus Abb. 1a von Nørgaard 2019 wieder (CT-FFR 0,85 in 16 mm Abstand von der Stenose und 0,76 im Endsegment).

In CCTA Map

Im Menü „Modifikatoren P · I ▾“ hat der Bereich „Funktionelle Ischämie (I)“ eine Zeile je Versorgungsgebiet (RIVA, RCX und RCA). Wird unter „Verfahren“ „CT-FFR“ gewählt, wird der Wert mit Dezimalpunkt oder Dezimalkomma eingegeben (0.72 oder 0,72), und die Karte ordnet ihn als I+, I± oder I− ein. Solange kein Ergebnis vorliegt, zeigt das Versorgungsgebiet „kein Test“. Der Code erhält I+, wenn ein Versorgungsgebiet I+ ist; andernfalls I±, wenn eines grenzwertig ist, und I− nur, wenn alle Versorgungsgebiete mit einer Stenose von 50 % oder mehr einen negativen Test haben. Fehlt in einem dieser Versorgungsgebiete der Test, erhält der Code kein I. Der Befundentwurf gibt den Wert mit Dezimalpunkt wieder, z. B. „LAD: CT-FFR 0.72“. Ist ein Versorgungsgebiet I+ und liegt seine höchstgradige Stenose unter 50 %, behält die Karte I+ im Code und zeigt den Hinweis „Gemäß CAD-RADS I- (falsch positiv, bei Sicherheit) oder I± (bei Zweifel bzw. Diskrepanz) erwägen.“ Zum Ändern des Ergebnisses dienen die Schaltflächen unter „Direkt:“.

Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte

Ramus interventricularis anterior (LAD): proximales Segment: teilverkalkte Plaque, moderate Stenose (50-69%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste D1, D2: unauffällig.

Ramus circumflexus (LCX): distales Segment: verkalkte Plaque, milde Stenose (25-49%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste OM1, OM2: unauffällig.

Beurteilung Mäßige obstruktive koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 3/P1/I+.

Obstruktive KHK (≥50%) in LAD.

Nachweis einer induzierbaren Ischämie mittels CT-FFR im Versorgungsgebiet der LAD (I+). Detail: LAD: CT-FFR 0.72.

Schema eines RIVA mit einer CT-FFR von 0,78, gemessen 1–2 cm distal der Stenose, und den Bereichen der Modifikatoren I+, I± und I−
Abbildung 2. Der Modifikator I wird anhand des Werts 1 bis 2 cm distal der Stenose vergeben. Der niedrigste Wert am distalen Gefäßende spiegelt die gesamte Plaquelast wider und sollte nicht über die Überweisung zur invasiven Koronarangiographie entscheiden.

Modifikator I mit CT-Perfusion Ischemia modifier with stress CT perfusion CTP#

Weitere Bezeichnungen: myokardiale CT-Perfusion, Stress-CT-Perfusion, dynamische CT-Perfusion, Myokardperfusions-CT, CT-MPI nicht empfohlen, MCTP (engl.; die SCCT 2023 empfiehlt myocardial CTP) nicht empfohlen

In der CT-Perfusion ist ein reversibler Defekt oder ein Defekt, der unter Stress größer ist als in Ruhe, I+. Kein Defekt und ein fixierter Defekt durch einen Infarkt sind I−. Ein grenzwertiges Ergebnis ist I±.

Formulierung im Befund

Koronare Atherosklerose mit geringer Plaquelast (P1; SIS 1) und hochgradiger Stenose (70–99 %) durch teilverkalkte Plaque in der distalen RCA. Myokardiale CT-Perfusion unter Stress und in Ruhe: fixierter Defekt im Versorgungsgebiet der RCA, vereinbar mit abgelaufenem Infarkt, keine induzierbare Ischämie. CAD-RADS 4A/P1/I−.

Abgrenzung: I− vs. nicht untersuchte Ischämie: I− bedeutet, dass eine CT-FFR oder eine CT-Perfusion durchgeführt wurde und das Ergebnis für eine Ischämie negativ war; wurde keines von beiden durchgeführt, erhält der Code kein I.

Siehe auch: Modifikator I mit CT-FFR · Aufhärtungsartefakt · Maximum- und Minimumintensitätsprojektion · Nicht beurteilt, nicht beurteilbar und nachgewiesenes Fehlen

Quelle: CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3.5.2 und Tab. 7 (Interpretation of Stress Myocardial CT Perfusion) · “If no ischemia is detected or if there is presence of a prior fixed myocardial infarct, the Modifier “I−” will be added to CAD-RADS.”

Details

In der Praxis. Stress- und Ruheaufnahmen werden verglichen. Nach SCCT 2026 verbessert sich die Beurteilung der Perfusion durch mehrere Ebenen (Kurzachse, Vier- und Zweikammerblick), gemittelte MPR-Rekonstruktionen von 5 bis 8 mm oder MinIP und ein enges Fenster; die MIP sollte vermieden werden, weil sie Defekte maskiert. Ein echter Defekt bleibt über mehrere Phasen des Herzzyklus bestehen, während ein Artefakt wie das Aufhärtungsartefakt in Auftreten und Lage wechseln kann. Bei fixiertem Defekt wird der abgelaufene Infarkt in der Beurteilung dokumentiert.

Fallstrick. I+ wegen einer myokardialen Hypodensität in der Ruhe-CT-Angiographie zu vergeben. Der Modifikator I setzt einen Ischämietest voraus, also eine Stress-Perfusion oder eine CT-FFR.

In CCTA Map

Im Verfahren „CTP“ ergibt „Reversibel“ I+, „Fixiert“ oder „Kein Defekt“ ergeben I−; ein grenzwertiges Ergebnis wird mit I± in der Zeile „Direkt:“ markiert. Bei fixiertem Defekt weist die Karte darauf hin, den Infarkt zu dokumentieren, und die Beurteilung im Befundentwurf beschreibt ihn als vereinbar mit abgelaufenem Infarkt und schlägt eine Vitalitätsdiagnostik vor. Solange kein Ergebnis vorliegt, zeigt das Versorgungsgebiet „kein Test“ und trägt kein I zum Code bei.

Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte

Rechte Koronararterie (RCA): distales Segment: teilverkalkte Plaque, hochgradige Stenose (70-99%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste AM, PDA, PL: unauffällig.

Beurteilung Hochgradige obstruktive koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 4A/P1/I-.

Obstruktive KHK (≥50%) in RCA.

Fixierter Perfusionsdefekt im Versorgungsgebiet der RCA in der CT-Perfusion, vereinbar mit abgelaufenem Infarkt; keine induzierbare Ischämie (I-). Vitalitätsdiagnostik erwägen. Detail: RCA: fixierter Perfusionsdefekt (CTP).

CAD-RADS bei stabilem Thoraxschmerz CAD-RADS in stable chest pain#

Weitere Bezeichnungen: vorgeschlagenes Vorgehen nach CAD-RADS, CAD-RADS-Managementempfehlungen, chronisches Koronarsyndrom, stabile Angina pectoris

CAD-RADS 2.0 ergänzt jede Kategorie um ein vorgeschlagenes Vorgehen für Patienten mit stabilem Thoraxschmerz. Es handelt sich um Konsensempfehlungen, die die Beurteilung ergänzen und das klinische Urteil nicht ersetzen.

Formulierung im Befund

Vorgeschlagenes Vorgehen nach CAD-RADS 2.0 für CAD-RADS 1/P3 bei stabilem Thoraxschmerz: nicht atherosklerotische Ursachen der Symptome erwägen; intensive Modifikation der Risikofaktoren und präventive Pharmakotherapie.

Abgrenzung: Stabiler vs. akuter Thoraxschmerz: Die Kategorie wird gleich vergeben, das vorgeschlagene Vorgehen unterscheidet sich jedoch; bei CAD-RADS 3 wird beim stabilen Thoraxschmerz eine Funktionsdiagnostik erwogen, beim akuten zusätzlich die stationäre Aufnahme mit kardiologischer Beurteilung.

Siehe auch: Plaquelast (P1–P4) · CAD-RADS 2 und CAD-RADS 3 · CAD-RADS 4A vs. 4B · Patientenbezogene CAD-RADS-Kategorie

Quelle: CAD-RADS 2.0, Abschn. 1 und Tab. 4; SCCT 2026, Tab. 6, S. 52 · “the clinical management suggestions provided by CAD-RADS should not replace clinical judgment, particularly as there are many patient-specific factors that may influence clinical management.”

Details

In der Praxis. In den Kategorien 0 bis 2 werden keine weiteren kardialen Untersuchungen vorgeschlagen; bei 1 und 2 richtet sich die Prävention nach P. Bei 3 wird eine Funktionsdiagnostik erwogen, bei 4A eine invasive Koronarangiographie oder Funktionsdiagnostik, und bei 4B wird die invasive Koronarangiographie empfohlen.

Fallstrick. Ein CAD-RADS 1 oder 2 als erledigt zu betrachten, ohne P zu beachten. Bei P3 oder P4 schlägt CAD-RADS 2.0 eine intensive Modifikation der Risikofaktoren und eine präventive Pharmakotherapie vor.

In anderen Quellen. Beim stabilen Thoraxschmerz hält die AHA/ACC-Leitlinie 2021 die CT-FFR bei Stenosen von 40 bis 90 % in proximalen oder medialen Segmenten für am nützlichsten. CAD-RADS 2.0 schlägt die Funktionsdiagnostik ab CAD-RADS 3 (50–69 %) vor. (AHA/ACC-Leitlinie 2021 zum Thoraxschmerz, Abschn. 5.1.3)

In CCTA Map

„Stabil“ ist im Feld „Kontext“ unter der Überschrift „Befundentwurf“ voreingestellt. Mit dieser Option entspricht der Abschnitt „Vorgeschlagenes Vorgehen (CAD-RADS 2.0, Konsens)“ in der Beurteilung den Empfehlungen für den stabilen Thoraxschmerz nach Kategorie, mit Zusätzen für P, I, HRP und N und einem Schlusssatz, der die Entscheidung dem behandelnden Arzt überlässt. Bei 1 und 2 besagt der Grundtext, dass keine weitere kardiale Abklärung nötig ist, bei 2 mit „In der Regel“, und ergänzt „Nicht atherosklerotische Ursachen des Symptoms erwägen“; P fügt nur bei P3 oder P4 eine Zeile hinzu. Bei I+ oder bei einer anomalen Koronararterie mit interarteriellem oder intraseptalem Verlauf oder mit Ursprung aus dem „PT“ entfällt dieser Grundtext (bei der Anomalie auch in Kategorie 0), und P1 oder P2 erscheint in einer eigenen Zeile. Bei 3 bis 5 fügt jedes P eine einzige Zeile zur aggressiven Prävention hinzu, z. B. „Plaque-Last P1 mit Stenose ≥50%: aggressive Modifikation der Risikofaktoren und präventive Pharmakotherapie.“; ohne P erscheint derselbe Satz ohne die Bezeichnung. Enthält der Code bei Kategorie 3 bereits I aus einer CT-FFR oder CTP, schlägt das Vorgehen die Funktionsdiagnostik nicht erneut vor; bei I+ schlägt es vor, eine invasive Koronarangiographie zu erwägen, insbesondere wenn unter medikamentöser Therapie weiterhin häufig Symptome auftreten. Bei einem Stent oder Bypass nennt die Funktionsdiagnostik in Kategorie 3 CTP oder einen Stresstest und weist darauf hin, dass die CT-FFR bei diesen Patienten nicht validiert ist, sofern nicht bereits ein CT-FFR-Wert eingetragen ist. Mit „Akut“ gilt das Vorgehen beim akuten Thoraxschmerz. Bei 0 bis 2 beginnt es mit „Keine weitere Abklärung hinsichtlich eines akuten Koronarsyndroms (ACS) erforderlich“, und bei 2 wird ergänzt, wann eine stationäre Aufnahme zu erwägen ist; bei I+ entfällt dieser Grundtext bei 1, bei 2 bleibt nur der Satz zur Aufnahme, und bei einer der genannten Anomalien entfällt der gesamte Grundtext. Bei 3 schlägt es vor, eine stationäre Aufnahme mit kardiologischer Beurteilung zu erwägen, und bei 4A, 4B und 5 beginnt es mit der Aufnahme und fügt die Zeile zur Hochrisiko-Plaque nicht hinzu.

Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte

Plaquelast: hoch (P3; SIS 5).

Hauptstamm (LM): verkalkte Plaque, minimale Stenose (1-24%).

Ramus interventricularis anterior (LAD): proximales Segment: verkalkte Plaque, minimale Stenose (1-24%); mittleres Segment: teilverkalkte Plaque, minimale Stenose (1-24%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste D1, D2: unauffällig.

Ramus circumflexus (LCX): proximales Segment: verkalkte Plaque, minimale Stenose (1-24%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste OM1, OM2: unauffällig.

Rechte Koronararterie (RCA): proximales Segment: verkalkte Plaque, minimale Stenose (1-24%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste AM, PDA, PL: unauffällig.

Beurteilung Minimale, nicht obstruktive koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 1/P3.

Nicht-obstruktive KHK in LM, LAD, LCX und RCA.

Selbsttest

Kurze Fragen zur Überprüfung des Wesentlichen. Die Antwort erscheint nach der Auswahl.

1Bei einem Patienten mit stabilem Thoraxschmerz hat der Hauptstamm eine Stenose von 55 %, der mediale RIVA eine von 40 % und die proximale RCA eine von 30 %. Weitere Läsionen liegen nicht vor. Welche CAD-RADS-Kategorie wird vergeben?

2Der mediale RIVA hat eine mittelgradige Stenose (50–69 %), die Plaquelast ist P2. Ein Bewegungsartefakt verhindert die Beurteilung der medialen RCA. Wie wird die Untersuchung kodiert?

3In der proximalen RCA liegt ein offener Stent. Im proximalen RIVA verursacht eine Plaque mit niedriger Dichte und positivem Remodeling eine mittelgradige Stenose, die Plaquelast ist P3. Welcher Code ist korrekt?

4Der mediale RIVA hat eine mittelgradige Stenose. Die CT-FFR 1 bis 2 cm distal der Läsion beträgt 0,78, der niedrigste Wert im apikalen RIVA 0,70. Welcher Modifikator wird ergänzt?

5Die distale RCA hat eine hochgradige Stenose (70–99 %). Die CT-Perfusion zeigt einen inferioren Defekt gleicher Größe unter Stress und in Ruhe mit Wandverdünnung. Wie wird die Ischämie kodiert?

Literatur

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