Nicht atherosklerotische Koronarbefunde und Modifikator E
Dr. David F. Cuevas Cueto · Aktualisiert am 27. September 2026 · Quellen: SCCT 2026 und CAD-RADS 2.0
Dieser Abschnitt fasst die häufigsten nicht atherosklerotischen Koronarbefunde der Koronar-CT-Angiographie zusammen, etwa die Myokardbrücke, den anomalen Ursprung und Verlauf sowie Aneurysma und Ektasie. CAD-RADS 2.0 kennzeichnet die nicht atherosklerotischen Befunde seiner Liste mit dem Modifikator E, der zur Stenosekategorie hinzukommt, ohne sie zu ersetzen.
Das Wichtigste
Die Myokardbrücke wird nach Lokalisation, Tiefe und Länge beschrieben; sie ist ab 2 mm Myokard tief und ab 25 mm lang.
Mit nur einer akquirierten Phase ist die systolische Kompression der Brücke nur eingeschränkt beurteilbar, und diese Einschränkung ist beim Befunden zu berücksichtigen.
Weder CAD-RADS 2.0 noch die SCCT 2026 nennen die Myokardbrücke in der Liste des Modifikators E, die nicht abschließend ist; ein E für eine Brücke ist daher eine Interpretation.
Eine anomale Arterie wird nach Ursprung, Verlauf, Lumenkaliber und Termination beschrieben; der interarterielle Verlauf ist der Hochrisikoverlauf, vor allem mit intramuralem Segment.
Ein Aneurysma überschreitet das 1,5-Fache des Referenzdurchmessers auf weniger als der Hälfte der Gefäßlänge; nimmt die Erweiterung mehr als die Hälfte ein, spricht man von Ektasie.
Der Modifikator E steht am Ende des Codes, nach N, HRP, I, S und G, und ohne Plaque in allen Segmenten enthält der Code kein P.
Tabelle 1. Verläufe einer anomalen Koronararterie. Die SCCT 2026 beschreibt vier; der retrokardiale Verlauf stammt aus Publikationen zur singulären Koronararterie.
Verlauf
Weg
Risiko nach den Quellen
In der Karte
Interarteriell
Zwischen Aortenwurzel und Pulmonalstamm
Hoch, vor allem mit intramuralem Segment
„Interarteriell“
Transseptal (subpulmonal)
Unterhalb der Pulmonalklappe im Septum
Geringer als beim interarteriellen Verlauf
„Intraseptal“
Präpulmonal
Vor dem Pulmonalstamm
Im Allgemeinen benigne
„Präpulmonal“
Retroaortal
Hinter der Aortenwurzel
Im Allgemeinen benigne
„Retroaortal“
Retrokardial
Hinter dem Herzen
Im Allgemeinen benigne
Nicht verfügbar
Quelle: SCCT 2026, S. 20–21 (Verläufe, hohes Risiko des interarteriellen und geringere Kompression des transseptalen Verlaufs); Cheezum 2017, J Am Coll Cardiol, Abstract (die meisten Subtypen sind benigne, der plötzliche Herztod ist mit dem interarteriellen Verlauf assoziiert); Sheng 2021 (retrokardialer Verlauf, im Allgemeinen benigne).
Weitere Bezeichnungen:intramyokardiale Brücke(häufiges Synonym; das Glossar folgt der SCCT-Bezeichnung „Myokardbrücke“, myocardial bridging), intramyokardialer Verlauf(bezeichnet den getunnelten Abschnitt; wird synonym verwendet), Muskelbrücke, Tunnelarterie, myocardial bridging, intramurale Koronararterie(so bezeichnet die Angelini-Klassifikation die Brücke; das Glossar verwendet „intramural“ nur für den Abschnitt der anomalen Arterie innerhalb der Aortenwand)in diesem Glossar vermieden
Ein Segment einer epikardialen Koronararterie verläuft in einem Tunnel innerhalb des Myokards; das darüberliegende Muskelband ist die Brücke.
Formulierung im Befund
Myokardbrücke des mittleren RIVA. Die systolische Kompression ist nicht beurteilbar, da nur die diastolische Phase vorliegt.
Abgrenzung: den intramyokardialen Verlauf der Brücke innerhalb des Myokards mit dem intramuralen Segment einer anomalen Arterie innerhalb der Aortenwand nahe ihrem Ursprung.
es wird immer eine systolische Kompression ausgegeben (standardmäßig 45 %), auch wenn sie nicht beurteilt wurde, außer bei „N“; nicht behoben (in der Karte geprüft am 2026-10-08).
Quelle: SCCT 2026, Text, nicht atherosklerotische Koronaranomalien (Abschn. j), S. 21 · “Myocardial bridging is characterized by encasement of coronary arteries by myocardial fibers, with a tunneled intramyocardial segment and a myocardial bridge that overlies the artery.”
Details
In der Praxis. Die Brücke wird in der kurvierten Rekonstruktion des RIVA (LAD) lokalisiert und im Querschnitt bestätigt, in dem das getunnelte Segment von Myokard umgeben ist. Im Befund werden Gefäß und Segment genannt und Tiefe, Länge sowie, sofern Systole und Diastole akquiriert wurden, die systolische Kompression beschrieben.
Fallstrick. Nur den Tunnel beurteilen und das vorgeschaltete Segment übersehen. In der Übersicht von Rovera 2023 findet sich Plaque vor allem unmittelbar proximal der Brücke und selten im Tunnel.
In anderen Quellen. Die SCCT 2014 zählte die Myokardbrücke zusammen mit dem Fehlen des Hauptstamms zu den potenziell relevanten anatomischen Varianten. Wegen ihrer hohen Prävalenz betrachten manche Autoren sie als Variante und nicht als echte Anomalie, die meisten Klassifikationen führen sie jedoch unter den Verlaufsanomalien. Am häufigsten betroffen ist der RIVA, vor allem sein mittleres Segment. (SCCT 2014, Abschn. 10.6.2, S. 352; Genoud 2026, Abschn. 4.2 und 4.2.1 sowie Tab. 2; Rovera 2023, Einleitung)
In CCTA Map
Nur der mittlere RIVA lässt eine Brücke zu: im Bereich „Myokardbrücke“ seines Editors über „Brücke hinzufügen“. In der Karte erscheint der Tunnel eingesenkt, beschriftet mit „BRÜCKE · tief“ oder „BRÜCKE · oberflächlich“. Im Tunnel lässt sich keine Plaque setzen, und die Brücke ändert die Kategorie nicht. Die Karte ergänzt E nur, wenn die „Systolische Kompression“ 50 % erreicht; darunter vermerkt die Beurteilung, dass die Brücke kein E ergibt. Einschränkung der Karte: Die Brücke beginnt mit „Tief“ und 45 % Kompression (18 % beim Wechsel auf „Oberflächlich“), und der Befundentwurf gibt den Wert immer aus, auch ca. 0 %, selbst wenn die Kompression nicht beurteilt wurde. „systolische Kompression nicht beurteilbar“ erscheint nur, wenn das Segment mit N markiert wird; N löscht jedoch die Plaque des Segments und erklärt es für nicht beurteilbar: Ohne weitere Stenose ≥50 % im Koronarbaum wird die Kategorie N, andernfalls behält der Code den Grad und erhält den Modifikator N. Markieren Sie bei nur einer Phase nicht N, sondern ersetzen Sie im Entwurf den Wert durch den Satz, dass die Kompression nicht beurteilbar ist.
Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte
Ramus interventricularis anterior (LAD): proximales Segment: nicht verkalkte Plaque, moderate Stenose (50-69%); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Myokardbrücke (mittleres Segment) mit intramyokardialem Verlauf (oberflächlich) und systolischer Kompression von ca. 20%. Äste D1, D2: unauffällig.
Myokardbrücke des mittleren RIVA ohne signifikante systolische Kompression (<50%): nicht-atherosklerotischer Befund, der die CAD-RADS-Kategorie nicht verändert und keinen Modifikator E ergänzt.
Obstruktive KHK (≥50%) in LAD.
Tiefe, Länge und systolische Kompression der Myokardbrücke Myocardial bridge depth, length and systolic compression#
Weitere Bezeichnungen:Klassifikation der Myokardbrücke, tiefe Myokardbrücke, oberflächliche Myokardbrücke, Milking-Effekt, Melkphänomen(Zeichen der systolischen Kompression in der invasiven Angiographie), Noble-Klassifikation(drei angiographische Grade der systolischen Kompression)
Die SCCT 2026 klassifiziert die Myokardbrücke nach Ummantelung, Tiefe, Länge und systolischer Kompression. Die Ummantelung ist partiell, wenn 75–99 % der Arterie von Myokard umgeben sind, oder vollständig. Die Brücke ist oberflächlich bei 1 bis unter 2 mm Myokard über der Arterie, tief bei 2 bis unter 5 mm und sehr tief ab 5 mm; sie ist kurz unter 25 mm und lang ab 25 mm. In der Systole kann das Lumen unverändert bleiben oder um weniger als 50 % bzw. um 50 % oder mehr eingeengt werden.
Formulierung im Befund
Myokardbrücke des mittleren RIVA, tief (3 mm Myokard über der Arterie) und lang (30 mm), mit systolischer Kompression unter 50 % im Vergleich von Systole und Diastole.
der Reglerwert wird ausgegeben, auch wenn die Kompression nicht beurteilt wurde (nur eine Phase), außer bei „N“; nicht behoben (in der Karte geprüft am 2026-10-08).
Quelle: SCCT 2026, Text, nicht atherosklerotische Koronaranomalien (Abschn. j), S. 21 · “superficial (1-2 mm), deep (≥ 2 mm), very deep (≥ 5 mm) and short (<25 mm) or long (≥ 25 mm)”
Details
In der Praxis. Die Dicke des Myokards über der Arterie wird im Querschnitt gemessen, die Tunnellänge in der kurvierten Rekonstruktion. Die systolische Kompression wird durch den Vergleich von Systole und Diastole beurteilt. Nach der SCCT 2026 können die Dicke der Brücke sowie die systolische und die diastolische Stenose die Symptome unabhängig voneinander vorhersagen; die diastolische Stenose hat die höchste diagnostische Aussagekraft und den höchsten prädiktiven Wert für unerwünschte Ereignisse.
Fallstrick. Einen Prozentwert der systolischen Kompression angeben, obwohl nur eine diastolische Phase akquiriert wurde. Die SCCT 2026 weist darauf hin, dass die anatomische Beurteilung mit nur einer Phase eingeschränkt ist.
In anderen Quellen. In der invasiven Angiographie graduiert die Noble-Klassifikation die systolische Kompression des RIVA in drei Stufen: Grad 1 liegt unter 50 %, Grad 2 bei 50 bis 75 % und Grad 3 über 75 %. In der Koronar-CT-Angiographie unterscheidet die SCCT 2026 eine fehlende systolische Kompression, eine Kompression unter 50 % und eine von 50 % oder mehr. (Noble 1976, zitiert nach Xu 2022, Methoden; SCCT 2026, S. 21)
In CCTA Map
„Tief“ und „Oberflächlich“ haben keinen Schwellenwert in Millimetern, und eine Option für sehr tief fehlt; Messwert und Klasse nach SCCT 2026 werden daher von Hand eingetragen. Die „Tunnellänge“ ist der gezeichnete Anteil des Segments, von 10 bis 55 %, nicht in Millimetern, und wird nicht ausgegeben. Der Wert des Reglers „Systolische Kompression“ (0 bis 90 %) wird in der Karte als Einengung des Tunnels dargestellt und im Befund ausgegeben; ab 50 %, demselben Grenzwert wie in der SCCT 2026, ergänzt die Karte E. Bei „Tief“ oder ab 50 % fügt die Beurteilung den Satz zum höheren hämodynamischen Risiko hinzu. Einschränkung der Karte: Der Befundentwurf gibt den Wert immer aus, auch ca. 0 %, selbst wenn er nicht gemessen wurde, und schreibt „nicht beurteilbar“ nur, wenn das Segment mit N markiert wird, was es für nicht beurteilbar erklärt und seine Plaque löscht. Ersetzen Sie im Entwurf den Wert durch die Klasse nach SCCT 2026 (keine Einengung, unter 50 % oder 50 % und mehr) oder, bei nur einer Phase, durch den Satz, dass die Kompression nicht beurteilbar ist.
Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte
Ramus interventricularis anterior (LAD): keine atherosklerotische Plaque. Myokardbrücke (mittleres Segment) mit intramyokardialem Verlauf (tief) und systolischer Kompression von ca. 55%. Äste D1, D2: unauffällig.
Beurteilung Kein Hinweis auf eine koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 0/E.
Myokardbrücke des mittleren RIVA (Modifikator E, nicht-atherosklerotischer Befund durch extrinsische Kompression): Die Kompression ist dynamisch (systolisch) und verändert daher die CAD-RADS-Kategorie 0-5 nicht. Ein tiefer Verlauf und/oder eine ausgeprägte systolische Kompression sind anatomische Faktoren mit höherem hämodynamischem Risiko; mit der Klinik korrelieren und bei Angina pectoris ohne anderweitig erkennbare Ursache eine funktionelle Abklärung (CT-FFR oder Belastungstest) erwägen.
Abbildung 1. Die Brücke wird nach der Dicke des Myokards über der Arterie und nach der Tunnellänge bemessen. Die Kompression zeigt sich im Vergleich von Systole und Diastole; mit nur einer Phase ist ihre Beurteilung eingeschränkt.
Anomaler Ursprung einer Koronararterie Anomalous origin of a coronary arteryAAOCA · ALCAPA · ARCAPA#
Weitere Bezeichnungen:Koronaranomalie, Ursprungsanomalie, Abgangsanomalie, anomaler aortaler Ursprung einer Koronararterie(AAOCA; schließt den Ursprung aus der Pulmonalarterie nicht ein), ACAOS(Abkürzung der SCCT 2021 für den Ursprung aus dem gegenüberliegenden Sinus), ACAPA(Abkürzung der ESC 2020 für den Ursprung aus der Pulmonalarterie), Bland-White-Garland-Syndrom(Eponym der ALCAPA), anomalous origin of a coronary artery
Ein anomaler Ursprung liegt vor, wenn eine Koronararterie außerhalb ihrer gewöhnlichen Stelle entspringt. Sie kann aus dem gegenüberliegenden oder dem akoronaren Sinus Valsalvae entspringen, in hoher, tiefer oder kommissuraler Position, oder aus der Pulmonalarterie.
Formulierung im Befund
Anomaler Ursprung der RCA aus dem linken Koronarsinus mit interarteriellem Verlauf. Kein Hinweis auf koronare Atherosklerose.
Voraussetzung des Beispiels: Ohne Einengung des proximalen Segments; liegt eine vor, werden ihr Grad und die Kategorie mit E ergänzt (bei mittelgradiger Stenose ohne Plaque CAD-RADS 3/E).
Abgrenzung: „kein Hinweis auf koronare Atherosklerose“ mit „normale Koronararterien“: Der anomale Ursprung ist ein Koronarbefund, den CAD-RADS 2.0 mit E kennzeichnet.
die Karte graduiert die Einengung der Anomalie nicht: Ohne Plaque ergibt eine mittelgradige Stenose 0/E statt 3/E; nicht behoben (in der Karte geprüft am 2026-10-08).
Quelle: SCCT 2026, Text, nicht atherosklerotische Koronaranomalien (Abschn. j); Konusast im Abschnitt Koronaranatomie, S. 12 · “Anomalous origin could be from the opposite or non-coronary sinus of Valsalva or from pulmonary arteries.”
Details
In der Praxis. Jede Arterie wird von ihrem Ostium an in axialen Schichten und in schrägen Rekonstruktionen der Aortenwurzel verfolgt. Die SCCT 2026 verlangt die Beschreibung von Ursprung, Morphologie, Verlauf, Lumenkaliber und Termination sowie der Beziehung zu den Nachbarstrukturen.
Fallstrick. Einen Konusast, der direkt aus dem rechten Sinus entspringt, als anomal befunden. Die SCCT 2026 beschreibt diesen Ursprung als einen der beiden üblichen Ursprünge des Konusasts.
In anderen Quellen. Die SCCT 2021 bezeichnet den Ursprung aus dem gegenüberliegenden Sinus Valsalvae als ACAOS. Die ESC-Leitlinie 2020 verwendet AAOCA für den anomalen aortalen Ursprung und ACAPA für den Ursprung aus der Pulmonalarterie, mit den Formen ALCAPA und ARCAPA. 2026 schlug das International Coronary Artery Anomalies Collaborative (ICAAC), eine internationale Expertengruppe für Koronaranomalien, im Delphi-Verfahren eine Nomenklatur der AAOCA vor. Sie ist rein deskriptiv und ordnet kein Risiko zu. Ihr Grundcode vereint Gefäß, Ursprungssinus und proximalen Verlauf, wie in R-AAOCA/LS-IA. Weitere Deskriptoren beschreiben Ostium, proximalen Verlauf und hohen Ursprung. Da sie nur den aortalen Ursprung behandelt, schließt sie den Ursprung aus der Pulmonalarterie nicht ein. (SCCT 2021, Abschn. 4.10, S. 209; ESC 2020, Abschn. 4.17.1; Mery 2026, Abstract; Tigges 2026, Radiopaedia, Fall rID 235236)
ICAAC-Code. Er wird von links nach rechts gelesen: anomales Gefäß, das feste Kürzel AAOCA, Ursprungssinus und proximaler Verlauf. So bezeichnet LCX-AAOCA/RS-RA einen Ramus circumflexus, der aus dem rechten Sinus entspringt und hinter der Aorta verläuft. R-AAOCA/LS-IA,IM ist eine rechte Koronararterie aus dem linken Sinus mit interarteriellem Verlauf und intramuralem Segment. Die übrigen Deskriptoren der Nomenklatur, etwa zu Ostium oder hohem Ursprung, erscheinen nicht im Code, den die Karte ausgibt.
Teil
Code
Bedeutung
In der Karte
Gefäß
R
Rechte Koronararterie
„RCA“
Gefäß
L
Hauptstamm der linken Koronararterie
„HS“
Gefäß
LAD
Ramus interventricularis anterior
„RIVA“
Gefäß
LCX
Ramus circumflexus
„RCX“
Gefäß
ST
Gemeinsamer Stamm, aus dem rechte Koronararterie und linker Hauptstamm entspringen
Wird nicht ausgegeben; der Reiter „Singuläre Koronararterie“ verwendet die Lipton-Typen
Festes Kürzel
AAOCA
Anomaler aortaler Ursprung einer Koronararterie (anomalous aortic origin of a coronary artery)
In allen Codes
Sinus
RS
Rechter Aortensinus
„R-Sinus“
Sinus
LS
Linker Aortensinus
„L-Sinus“
Sinus
NS
Aortensinus, der nicht zur Pulmonalklappe weist (nonfacing sinus)
Nicht verfügbar
Verlauf
IA
Interarteriell, zwischen Aorta und Pulmonalarterie, ohne intramurales Segment
„Interarteriell“ ohne „Intramuraler Verlauf“
Verlauf
IA,IM
Interarteriell mit intramuralem Segment
„Interarteriell“ mit „Intramuraler Verlauf“
Verlauf
IM
Intramural, innerhalb der Aortenwand, ohne interarteriellen Verlauf
Nicht verfügbar
Verlauf
IS
Intraseptal, unterhalb der Pulmonalklappenebene im Kammerseptum
„Intraseptal“
Verlauf
PP
Präpulmonal, vor der Pulmonalarterie
„Präpulmonal“
Verlauf
RA
Retroaortal, hinter der Aorta
„Retroaortal“
Quelle: Mery 2026, JACC Cardiovasc Imaging, Abstract (Umfang und Zweck der Nomenklatur); Tigges 2026, Radiopaedia, Fall rID 235236 (Bedeutung der einzelnen Codeteile). Die Spalte „In der Karte“ beschreibt das aktuelle Panel „Ursprung der Koronararterien“.
In CCTA Map
Im Menü „Anatomie ▾“ öffnet „Ursprung der Koronararterien“ ein Panel mit drei Reitern: „Ein Gefäß“, „Hauptstamm“ und „Singuläre Koronararterie“. Im Reiter „Ein Gefäß“ werden das betroffene Gefäß (RCA, HS, RIVA oder RCX) und sein Ursprung gewählt: „R-Sinus“, „L-Sinus“, „Aus der RCA“ (nur für RIVA oder RCX) oder „PT“. Eine Option für den akoronaren Sinus gibt es nicht. Für das gewählte Gefäß nicht angebotene Ursprünge sind deaktiviert und nennen den Grund. Der Befundentwurf beschreibt Ursprung, Verlauf und Ziel des Gefäßes und ergänzt E. Bei Ursprung aus „R-Sinus“ oder „L-Sinus“ endet der erste Satz unter „Ursprung und Verlauf“ mit dem ICAAC-Code in Klammern; dieser Satz ist im Panel und im Befund identisch. So steht „(ICAAC: LCX-AAOCA/RS-RA)“ für einen RCX (LCX), der aus dem rechten Sinus entspringt und hinter der Aorta verläuft. Die Tabelle unter „Details“ erläutert jeden Teil des Codes. Bei „Aus der RCA“ oder „PT“ gibt es keinen Code, und der Reiter „Singuläre Koronararterie“ verwendet die Lipton-Typen. Einschränkung der Karte: Die durch die Anomalie bedingte Einengung wird nicht graduiert. Ohne Plaque im Koronarbaum ergibt eine interarterielle Anomalie mit mittelgradiger Stenose CAD-RADS 0/E statt 3/E. Wird die Einengung als Läsion gezeichnet, weist die Karte ihr einen Plaquetyp zu, ergänzt P1 und beschreibt sie als Atherosklerose. Zeichnen Sie sie nicht ein, sondern tragen Sie Grad und Kategorie im Entwurf ein, ohne P, wenn in keinem Segment Plaque vorliegt.
Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte
Ursprung und Verlauf: Ramus circumflexus (LCX) mit anomalem Ursprung aus dem rechten Koronarsinus, mit eigenem Ostium, getrennt vom Ostium der rechten Koronararterie; retroaortaler Verlauf hinter der Aortenwurzel bis zur linken atrioventrikulären Furche, dort gewohnter Weiterverlauf (ICAAC: LCX-AAOCA/RS-RA). Der Hauptstamm entspringt aus dem linken Koronarsinus und setzt sich als Ramus interventricularis anterior fort. Kein Gefäß verläuft zwischen Aorta und Pulmonalstamm. Versorgungstyp: rechts.
Beurteilung Kein Hinweis auf eine koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 0/E.
Anomaler Koronarursprung mit benignem Verlauf ohne interarteriellen Abschnitt zwischen Aorta und Pulmonalstamm.
Verlauf der anomalen Koronararterie Course of an anomalous coronary artery#
Weitere Bezeichnungen:Verlauf der Koronaranomalie, intraseptaler Verlauf, intrakonaler Verlauf(andere Bezeichnung für den transseptalen oder subpulmonalen Verlauf), präkardialer Verlauf(andere Bezeichnung für den präpulmonalen Verlauf), interarterieller Verlauf, retroaortaler Verlauf, präpulmonaler Verlauf(von der SCCT 2026 anerkannte Verläufe), transseptaler Verlauf, subpulmonaler Verlauf(ein einziger Verlauf der SCCT 2026 mit zwei Bezeichnungen)
Der Verlauf gibt an, wo die anomale Arterie die Herzbasis kreuzt. Die SCCT 2026 unterscheidet vier Verläufe: interarteriell, retroaortal, transseptal oder subpulmonal und präpulmonal.
Formulierung im Befund
Anomaler Ursprung des RIVA aus dem rechten Koronarsinus mit transseptalem (subpulmonalem) Verlauf.
Abgrenzung: den transseptalen (subpulmonalen) Verlauf, der im Septum unterhalb der Pulmonalklappe liegt, mit dem interarteriellen, der zwischen Aortenwurzel und Pulmonalstamm verläuft.
Quelle: SCCT 2026, Text, nicht atherosklerotische Koronaranomalien (Abschn. j), S. 20–21 · “Anomalous courses could be interarterial, retroaortic, transseptal (subpulmonic) or prepulmonic”
Details
In der Praxis. Das proximale Segment wird in axialen und schrägen Schichten bis in seinen Sulcus verfolgt. Der interarterielle Verlauf gilt als Hochrisikoanatomie; in der Systole wird die Arterie zwischen der distendierten Aorta und der distendierten Pulmonalarterie komprimiert. Der transseptale Verlauf wird weniger komprimiert, zwischen der distendierten Aorta und dem kontrahierten rechtsventrikulären Ausflusstrakt.
Fallstrick. Den interarteriellen Verlauf benennen, ohne eine vorhandene Einengung des proximalen Segments zu graduieren. Die SCCT 2026 verlangt die Beschreibung des Lumenkalibers, und CAD-RADS 2.0 vergibt die Kategorie nach dem Grad dieser Einengung und ergänzt E: bei mittelgradiger Stenose CAD-RADS 3/E.
In anderen Quellen. Einige Übersichtsarbeiten beschreiben fünf Verläufe, weil sie den retrokardialen Verlauf hinter dem Herzen hinzunehmen. Weitere Bezeichnungen in der Literatur sind intraseptal für transseptal und präkardial für präpulmonal. Das Glossar folgt den vier Verläufen der SCCT 2026. (Genoud 2026, Abschn. 4.1.3; Evangelista 2024; Karatoprak 2026, Methoden)
In CCTA Map
Im Reiter „Ein Gefäß“ wird „Interarteriell“, „Intraseptal“, „Präpulmonal“ oder „Retroaortal“ gewählt; die Karte wählt je nach Gefäß und Ursprung einen Verlauf vor. Für die jeweilige Kombination nicht angebotene Verläufe sind deaktiviert und nennen den Grund. „Intraseptal“ entspricht dem transseptalen oder subpulmonalen Verlauf der SCCT 2026 und steht nur für HS oder RIVA aus dem rechten Sinus zur Verfügung. Der interarterielle Verlauf wird als Hochrisiko-Variante beschrieben; der intraseptale als Verlauf, der weniger komprimiert wird als der interarterielle und dessen Relevanz anhand der Symptome und der Ischämiediagnostik beurteilt wird; der präpulmonale und der retroaortale als benigner Verlauf. Bei interarteriellem oder intraseptalem Verlauf, ebenso bei Ursprung aus „PT“, fügt die Beurteilung ein „Individualisiertes Vorgehen (außerhalb des CAD-RADS-Anwendungsbereichs)“ hinzu, das eine Ischämietestung empfiehlt. Liegt unter „Modifikatoren P · I ▾“ bereits ein CT-FFR- oder CTP-Ergebnis im Versorgungsgebiet des anomalen Gefäßes vor (bei anomalem HS im RIVA oder RCX), verweisen diese Zeile und die zum intraseptalen Verlauf auf das Ergebnis, statt die Untersuchung zu empfehlen. In Kategorie 0 nennt der Befund weder CT-FFR noch CTP, außer bei einem Defekt „Fixiert“; nur dieses Ergebnis zählt daher, jedes andere wird mit „✎ Entwurf bearbeiten“ eingetragen. Bei Ursprung aus „PT“ gibt es keinen Verlauf zu wählen.
Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte
Ursprung und Verlauf: rechte Koronararterie (RCA) mit anomalem Ursprung aus dem linken Koronarsinus, mit eigenem Ostium, getrennt vom Ostium der linken Koronararterie; interarterieller Verlauf zwischen Aorta und Pulmonalstamm bis zur rechten atrioventrikulären Furche, dort gewohnter Weiterverlauf (ICAAC: R-AAOCA/LS-IA). Versorgungstyp: rechts.
Beurteilung Kein Hinweis auf eine koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 0/E.
Anomaler Koronarursprung mit interarteriellem Verlauf: Hochrisiko-Variante (potenziell maligne), assoziiert mit myokardialer Ischämie und plötzlichem Herztod. Hochrisikomerkmale beurteilen: intramuraler Abschnitt, schlitzförmiges Ostium, spitzer Abgangswinkel und proximale Einengung.
Individualisiertes Vorgehen (außerhalb des CAD-RADS-Anwendungsbereichs): Ischämietestung und Überweisung an Kardiologie/Chirurgie je nach Symptomatik und Anatomie.
Weitere Bezeichnungen:intramuraler Verlauf, intramuraler Abschnitt, intramural course
Das intramurale Segment ist der proximale Abschnitt der anomalen Arterie, der innerhalb der Aortenwand verläuft, bevor er sich von ihr löst. Es erhöht das Risiko des interarteriellen Verlaufs.
Formulierung im Befund
Anomaler Ursprung der RCA aus dem linken Koronarsinus mit interarteriellem Verlauf. Spitzer Abgangswinkel, schlitzförmiges Ostium im Querschnitt und fehlendes perikoronares Fett auf der Aortenseite sprechen für ein intramurales Segment.
Voraussetzung des Beispiels: Engt das intramurale Segment das Lumen ein, werden der Grad dieser Einengung und die Kategorie mit E ergänzt (bei mittelgradiger Stenose ohne Plaque CAD-RADS 3/E).
Abgrenzung: das intramurale Segment einer anomalen Arterie innerhalb der Aortenwand nahe ihrem Ursprung mit dem intramyokardialen Verlauf der Brücke innerhalb des Myokards.
Quelle: SCCT 2026, Text, nicht atherosklerotische Koronaranomalien (Abschn. j), S. 20 · “An intramural segment is not directly visualized, but can be inferred by an acute takeoff angle, segmental narrowing with a slit-like orifice at cross-section”
Details
In der Praxis. Die CT stellt es nicht direkt dar. Es wird aus einem spitzen Abgangswinkel, einer segmentalen Einengung mit schlitzförmigem Ostium im Querschnitt und unvollständigem perikoronarem Fett auf der Seite des Aortenlumens abgeleitet. Wird es erkannt, wird seine Länge gemessen.
Fallstrick. Die Form des proximalen Lumens in der axialen Ebene beurteilen, die das Gefäß schräg anschneidet. Das schlitzförmige Ostium zeigt sich im Querschnitt.
In anderen Quellen. In der Klassifikation nach Angelini ist „intramurale Koronararterie“ eine andere Bezeichnung für die Myokardbrücke. In diesem Glossar ist, wie in der SCCT 2026, das intramurale Segment oder der intramurale Verlauf der Abschnitt der anomalen Arterie innerhalb der Aortenwand, und der getunnelte Abschnitt der Brücke heißt intramyokardial. Die SCCT 2026 verwendet außerdem „intramurales Hämatom“ bei der Koronardissektion, bei der das Hämatom in der Wand der Koronararterie selbst liegt. (Ganga 2021, Tab. 1; Evangelista 2024; Genoud 2026, Abb. 5; SCCT 2026, S. 23)
In CCTA Map
Unter „Hochrisikomerkmale“ wird „Intramuraler Verlauf“ markiert und die Länge in „Intramurale Länge (mm)“ eingetragen. Die Option steht nur beim Verlauf „Interarteriell“ eines aortalen Ursprungs zur Verfügung. Die Karte bietet daher kein intramurales Segment ohne interarteriellen Verlauf an, das die ICAAC-Nomenklatur als IM ohne IA schreibt. Der Befundentwurf beschreibt es unter „Ursprung und Verlauf“ als „intramurales Segment, ca. 6 mm lang“ und führt es in der Beurteilung unter den Hochrisikomerkmalen auf. Die Karte zeichnet den Abschnitt innerhalb der Aortenwand. Im ICAAC-Code des Befunds wird der Verlauf von IA zu IA,IM, also interarteriell mit intramuralem Segment. Die Länge schreibt die Karte nicht in den Code. Einschränkung der Karte: Engt das Segment das Lumen ein, wird diese Einengung weder graduiert noch in der Kategorie berücksichtigt. Grad und Kategorie werden von Hand im Entwurf eingetragen.
Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte
Ursprung und Verlauf: rechte Koronararterie (RCA) mit anomalem Ursprung aus dem linken Koronarsinus, mit eigenem Ostium, getrennt vom Ostium der linken Koronararterie; proximaler Abschnitt innerhalb der Aortenwand (intramurales Segment, ca. 6 mm lang), anschließend interarterieller Verlauf zwischen Aorta und Pulmonalstamm bis zur rechten atrioventrikulären Furche, dort gewohnter Weiterverlauf (ICAAC: R-AAOCA/LS-IA,IM). Versorgungstyp: rechts.
Beurteilung Kein Hinweis auf eine koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 0/E.
Anomaler Koronarursprung mit interarteriellem Verlauf: Hochrisiko-Variante (potenziell maligne), assoziiert mit myokardialer Ischämie und plötzlichem Herztod.
Individualisiertes Vorgehen (außerhalb des CAD-RADS-Anwendungsbereichs): Ischämietestung und Überweisung an Kardiologie/Chirurgie je nach Symptomatik und Anatomie.
Hochrisikoanatomie der anomalen Koronararterie High-risk anatomy of an anomalous coronary artery#
Weitere Bezeichnungen:maligne Koronaranomalie(klinische Bezeichnung; meint meist den interarteriellen Verlauf), anatomische Hochrisikomerkmale, schlitzförmiges Ostium, spitzer Abgangswinkel, spitzwinkliger Abgang(Hochrisikomerkmale; sprechen auch für ein intramurales Segment), hoher Ursprung(Ostium auf Höhe oder oberhalb des sinutubulären Übergangs)
Als Hochrisikomerkmale gelten der interarterielle Verlauf, das intramurale Segment, das schlitzförmige Ostium, der spitze Abgangswinkel, die proximale Einengung und der hohe Ursprung, weil sie mit Ischämie assoziiert sind.
Formulierung im Befund
Anomaler Ursprung des HS aus dem rechten Koronarsinus mit interarteriellem Verlauf, schlitzförmigem Ostium und spitzem Abgangswinkel.
Voraussetzung des Beispiels: Bei proximaler Einengung werden ihr Grad und die CAD-RADS-Kategorie mit E ergänzt, ohne P, wenn in keinem Segment Plaque vorliegt.
für die proximale Einengung gibt es kein Bedienelement; als Läsion gezeichnet, wird sie als Plaque beschrieben und ergänzt P1; nicht behoben (in der Karte geprüft am 2026-10-08).
Quelle: SCCT 2026, Text, nicht atherosklerotische Koronaranomalien (Abschn. j), S. 20 · “An interarterial course between the aortic root and pulmonary artery is considered a high-risk anatomy, particularly when combined with an intramural course.”
Details
In der Praxis. Nach Festlegung des Verlaufs werden Ostium und proximales Segment im Querschnitt beurteilt. Befundet werden Form des Ostiums, Abgangswinkel, Länge der Einengung und Höhe des Ostiums relativ zum sinutubulären Übergang.
Fallstrick. Eine RCA aus dem linken Sinus genauso gewichten wie eine linke Koronararterie aus dem rechten Sinus. Die ESC 2020 hält Letztere für maligner.
In anderen Quellen. Die ESC-Leitlinie 2020 wertet ein Ostium mehr als 1 cm oberhalb des sinutubulären Übergangs als Hochrisikomerkmal. Andere Autoren bezeichnen jedes Ostium oberhalb dieses Übergangs als hohen Ursprung, und die SCCT 2026 legt keinen Abstand fest. (ESC 2020, Abschn. 4.17.2 und Fußnote c; Karatoprak 2026, Methoden)
In CCTA Map
Bei Ursprung aus „R-Sinus“ oder „L-Sinus“ bietet „Hochrisikomerkmale“ die Optionen „Schlitzförmiges Ostium / spitzwinkliger Abgang“, „Intramuraler Verlauf“ (nur beim Verlauf „Interarteriell“) und „Hoher ostialer Ursprung“. Bei Ursprung aus „PT“ oder „Aus der RCA“ erscheint diese Zeile nicht. Der Befundentwurf führt die markierten Merkmale in der Beurteilung auf; keines ändert die Kategorie. Ist der Verlauf interarteriell und kein Merkmal markiert, erinnert die Beurteilung daran, sie zu prüfen. Von diesen Merkmalen ändert nur „Intramuraler Verlauf“ den ICAAC-Code des Befunds, von IA zu IA,IM. Schlitzförmiges Ostium und hoher Ursprung werden in der Beurteilung aufgeführt, aber nicht in den Code übernommen, obwohl die ICAAC-Nomenklatur eigene Deskriptoren für Ostium und hohen Ursprung hat. Einschränkung der Karte: Für die proximale Einengung gibt es kein Bedienelement, und ohne Plaque wird sie nicht graduiert. Wird sie als Läsion gezeichnet, weist die Karte ihr einen Plaquetyp zu, ergänzt P1 und beschreibt sie als Atherosklerose. Grad und Kategorie werden von Hand im Entwurf eingetragen, ohne P, wenn in keinem Segment Plaque vorliegt.
Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte
Ursprung und Verlauf: Hauptstamm (LM) mit anomalem Ursprung aus dem rechten Koronarsinus, mit eigenem Ostium, getrennt vom Ostium der rechten Koronararterie; proximaler Abschnitt innerhalb der Aortenwand (intramurales Segment, ca. 10 mm lang), anschließend interarterieller Verlauf zwischen Aorta und Pulmonalstamm; Aufteilung in Ramus interventricularis anterior und Ramus circumflexus an typischer Stelle (ICAAC: L-AAOCA/RS-IA,IM). Im linken Sinus ist kein Koronarostium nachweisbar. Versorgungstyp: rechts.
Beurteilung Kein Hinweis auf eine koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 0/E.
Anomaler Koronarursprung mit interarteriellem Verlauf: Hochrisiko-Variante (potenziell maligne), assoziiert mit myokardialer Ischämie und plötzlichem Herztod.
Anatomische Hochrisikomerkmale nachgewiesen: schlitzförmiges Ostium mit spitzem Abgangswinkel, intramurales Segment (~10 mm) und hoher ostialer Ursprung (oberhalb des sinutubulären Übergangs).
Individualisiertes Vorgehen (außerhalb des CAD-RADS-Anwendungsbereichs): Ischämietestung und Überweisung an Kardiologie/Chirurgie je nach Symptomatik und Anatomie.
Singuläre Koronararterie Single coronary arterySCA · Lipton: R oder L · I, II oder III · A, B oder P#
Weitere Bezeichnungen:solitäre Koronararterie, singulärer Koronarursprung, isolierte singuläre Koronararterie(ohne weiteren angeborenen Herzfehler; Titel des Artikels von Lipton 1979), single coronary artery
Bei der singulären Koronararterie entspringt der gesamte Koronarbaum aus einem einzigen aortalen Ostium; ein zweites Koronarostium fehlt. Die Lipton-Klassifikation beschreibt sie nach dem Ursprungssinus (R oder L) und der Verteilung der Arterie (Typ I, II und III). Kreuzt ein Ast die Herzbasis, wird sein Verlauf relativ zu Aorta und Pulmonalstamm ergänzt (A, B oder P).
Formulierung im Befund
Singuläre Koronararterie mit Ursprung aus dem rechten Koronarsinus (Typ R-IIB nach Lipton): Der HS entspringt aus der proximalen RCA und verläuft zwischen Aorta und Pulmonalstamm; im linken Sinus ist kein Koronarostium abgrenzbar.
Voraussetzung des Beispiels: Ohne Einengung des interarteriellen Asts. Liegt eine vor, werden ihr Grad und die Kategorie mit E ergänzt, ohne P, wenn in keinem Segment Plaque vorliegt (bei mittelgradiger Stenose CAD-RADS 3/E).
Abgrenzung: die singuläre Koronararterie Typ II, bei der die kontralaterale Koronararterie aus dem proximalen Abschnitt der singulären Arterie entspringt, mit dem anomalen Ursprung eines Gefäßes aus dem gegenüberliegenden Sinus, das ein eigenes Ostium hat.
Quelle: Lipton 1979, nach Al Umairi 2019 (Methoden und Diskussion) und Elbadawi 2018 (Tab. 1); CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3.6
Details
In der Praxis. In axialen und schrägen Schichten der Aortenwurzel werden beide Sinus geprüft, bis feststeht, dass einer kein Ostium hat, und jeder Ast wird vom singulären Ostium aus verfolgt. Dokumentiert werden Sinus, Typ und, falls ein Ast die Herzbasis kreuzt, dessen Verlauf; bei einem interarteriellen Ast wird zusätzlich nach intramuralem Segment, schlitzförmigem Ostium und proximaler Einengung gesucht. Zur Benennung der Äste definiert die SCCT 2026 jede Arterie über den Sulcus, in dem sie verläuft: den RIVA (LAD) über den Sulcus interventricularis anterior, den RCX (LCX) über den linken und die RCA über den rechten Sulcus atrioventricularis (S. 12). CAD-RADS 2.0 zählt anomale Koronararterien zu den Ursachen des Modifikators E und stellt klar, dass seine Liste nicht vollständig ist. Die Einengung des interarteriellen Asts wird graduiert und erhält E, wie in seinem Beispiel einer interarteriellen Anomalie mit mittelgradiger Stenose (CAD-RADS 3/E).
Fallstrick. Eine singuläre Koronararterie als benigne werten, ohne den Verlauf der Äste zu beschreiben, die die Herzbasis kreuzen. Elbadawi 2018 beschreibt einen benignen Verlauf bei den Typen R-I und L-I, und Al Umairi 2019 assoziiert den Ast zwischen Aorta und Pulmonalstamm mit myokardialer Ischämie und plötzlichem Herztod.
In anderen Quellen. In der Katheterdiagnostik wird eine Häufigkeit von 0,024 bis 0,066 % beschrieben. In der Koronar-CT-Angiographie fanden Al Umairi 2019 0,27 % bei 4445 Patienten, mehr als in den von ihnen zitierten früheren Serien (0,024 bis 0,098 %), und Katekaru-Tokeshi 2021 0,51 % in einem kardiovaskulären Referenzzentrum, in dem 87,5 % der Fälle einen weiteren angeborenen Herzfehler hatten. Bei komplexen Herzfehlern mit abnormer Stellung der großen Arterien halten Katekaru-Tokeshi 2021 die Leiden-Konvention für besser anwendbar als die Lipton-Klassifikation, die zudem den Ursprung aus dem akoronaren Sinus nicht umfasst. (Al Umairi 2019, Einleitung, Ergebnisse und Diskussion; Katekaru-Tokeshi 2021, Abstract, Einleitung und Ergebnisse)
Lipton-Klassifikation der singulären Koronararterie und Angebot des Reiters „Singuläre Koronararterie“ der Karte.
Typ
Beschreibung
Varianten
In der Karte
I
Eine einzige Arterie verläuft in der Furche einer normalen Koronararterie und setzt sich bis in das Versorgungsgebiet der kontralateralen fort
R-I: Die RCA setzt sich im linken Sulcus atrioventricularis als RCX fort und endet als RIVA. L-I: Der RCX setzt sich jenseits der Crux cordis als RCA fort
R-I und L-I; jede legt ihren Versorgungstyp fest
II
Aus dem proximalen Abschnitt der singulären Arterie entspringt ein Ast, der die Herzbasis kreuzt und dann seinen gewohnten Verlauf nimmt
R-II: Der HS entspringt aus der RCA. L-II: Die RCA entspringt aus dem HS
R-II und L-II, mit Verlauf A, B oder P
III
RIVA und RCX entspringen getrennt aus der proximalen RCA
Nur R-III; Lipton beschreibt keinen linken Typ III
R-III mit retroaortalem RCX und präpulmonalem oder interarteriellem RIVA
Verlauf
A: vor dem Pulmonalstamm. B: zwischen Aorta und Pulmonalstamm. P: hinter der Aorta
Yamanaka und Hobbs ergänzten S (transseptal) und C (kombiniert)
A, B und P; ohne S und C
Quelle: Lipton 1979 sowie Yamanaka und Hobbs 1990, nach Al Umairi 2019 (Diskussion) und Elbadawi 2018 (Tab. 1), da die Originalarbeiten nicht eingesehen werden konnten; Reiter „Singuläre Koronararterie“ in der Karte geprüft am 2026-10-09.
In CCTA Map
Im Menü „Anatomie ▾“ enthält „Ursprung der Koronararterien“ den Reiter „Singuläre Koronararterie“ mit drei Zeilen: „Sinus des einzigen Ostiums“ (R oder L), „Typ“ (I, II oder III) und der Verlauf des kreuzenden Asts (A „präpulmonal“, B „interarteriell“ oder P „retroaortal“). Einen linken Typ III gibt es nicht; R-III wird mit retroaortalem RCX und präpulmonalem oder interarteriellem RIVA angeboten, und für die Verläufe S und C gibt es keine Option. Jede Kombination zeichnet die Karte neu; Markierungen in den neu gezeichneten Segmenten werden nach Bestätigung gelöscht und lassen sich mit „Rückgängig“ wiederherstellen. Der Befundentwurf beschreibt die Anatomie unter „Ursprung und Verlauf“, ohne ICAAC-Code, und ergänzt E bei allen Typen. R-I legt den Rechtsversorgungstyp fest, L-I den Linksversorgungstyp. Bei interarteriellem Verlauf (R-IIB, L-IIB und R-III mit interarteriellem RIVA) fügt die Beurteilung die Punkte zur Hochrisiko-Variante und zum individualisierten Vorgehen hinzu; die Hochrisikomerkmale aus „Ein Gefäß“ stehen nicht zur Verfügung. Bei den L-Typen ergibt eine HS-Stenose ≥50 % 4B. Bei den R-Typen ist der Stamm die proximale RCA und wird als RCA graduiert; wird die Stenose ≥50 % vor dem Abgang der Äste markiert, ergänzt die Beurteilung, dass sie auch deren Versorgungsgebiete betrifft und CAD-RADS nicht festlegt, wie diese zu zählen sind. Bei R-II und R-III gilt eine über das ganze Segment markierte Läsion als distal dieses Abgangs gelegen. Ohne Hauptstamm bleiben nur R-I und R-III, und bei festgelegtem anomalem Ursprung lässt sich keiner wählen.
Koronaraneurysma und Koronarektasie Coronary artery aneurysm and ectasia#
Weitere Bezeichnungen:aneurysmatische Koronarerkrankung, sakkuläres Aneurysma, fusiformes Aneurysma(Formen des Aneurysmas nach dem überwiegenden Durchmesser), Pseudoaneurysma der Koronararterie(kein echtes Aneurysma: Ihm fehlen die drei Schichten der Arterienwand), coronary artery aneurysm
Ein Koronaraneurysma ist ein Segment mit mehr als dem 1,5-Fachen des Durchmessers des angrenzenden normalen Segments, das weniger als 50 % der Gefäßlänge einnimmt. Nimmt die Erweiterung mehr ein, liegt eine Ektasie vor.
Formulierung im Befund
Fusiformes Aneurysma der proximalen RCA mit einem maximalen Durchmesser von 7 mm gegenüber 4 mm im angrenzenden normalen Segment.
Voraussetzung des Beispiels: Die Erweiterung nimmt weniger als 50 % der Gefäßlänge ein; nimmt sie mehr ein, handelt es sich um eine Ektasie.
Abgrenzung: das Aneurysma mit dem Pseudoaneurysma, einer fokalen Aussackung ohne die drei Schichten der Arterienwand, verursacht durch Koronarintervention, Operation, Infektion, Trauma oder Schwangerschaft.
Quelle: SCCT 2026, Text, nicht atherosklerotische Koronaranomalien (Abschn. j), S. 22 · “Coronary artery aneurysm is defined as a coronary artery segment with a diameter > 1.5 times the diameter of normal adjacent coronary artery segments or the largest coronary artery”
Details
In der Praxis. Der maximale Durchmesser wird im Querschnitt gemessen und mit dem des angrenzenden normalen Segments oder der größten Koronararterie verglichen. Beim sakkulären Aneurysma überwiegt der Querdurchmesser, beim fusiformen der Längsdurchmesser.
Fallstrick. Eine Erweiterung, die mehr als die Hälfte des Gefäßes einnimmt, als Aneurysma bezeichnen. Diese diffuse Erweiterung ist eine Ektasie, die die SCCT 2026 vor allem auf Atherosklerose zurückführt.
In CCTA Map
Für Aneurysma und Ektasie hat die Karte kein Bedienelement, und sie ergänzt bei einem Aneurysma kein E, obwohl es in Tab. 3 von CAD-RADS 2.0 aufgeführt ist. Der Befund wird von Hand im Entwurf eingetragen, bei einem Aneurysma auch das E.
Weitere Bezeichnungen:Koronararteriitis, Koronariitis, coronary vasculitis, CAV(Abkürzung für „coronary artery vasculitis“ bei Woodworth 2024; in der SCCT 2026 bezeichnet CAV die Transplantatvaskulopathie des Herzens)in diesem Glossar vermieden
Die koronare Vaskulitis ist die Entzündung der Wand der Koronararterien. In der Koronar-CT-Angiographie zeigt sie sich als glatte, zirkumferenzielle oder kontinuierliche Wandverdickung mit Kontrastmittelanreicherung, gegebenenfalls mit Dichteanhebung des angrenzenden Fettgewebes und mit oder ohne fokale oder multifokale Stenose. Sie ist ein nicht atherosklerotischer Befund, den CAD-RADS 2.0 mit dem Modifikator E kennzeichnet.
Formulierung im Befund
Glatte, zirkumferenzielle Wandverdickung der proximalen RCA mit Dichteanhebung des perikoronaren Fettgewebes und mittelgradiger Stenose (50–69 %), verdächtig auf eine koronare Vaskulitis. CAD-RADS 3/E.
Voraussetzung des Beispiels: Keine andere Läsion ergibt eine höhere Kategorie, in keinem Segment liegt Plaque vor, und kein weiterer Modifikator trifft zu. Bei Plaque steht das P der Plaquelast vor dem E (z. B. CAD-RADS 3/P1/E).
Abgrenzung: die Vaskulitis mit der koronaren Ummauerung (Encasement), einer unregelmäßigen oder nodulären, raumfordernd wirkenden, zum Lumen exzentrischen Verdickung mit deutlicher Dichteanhebung des epikardialen Fettgewebes, wie bei IgG4-assoziierter Erkrankung, histiozytären Erkrankungen, Amyloidose, Sarkoidose oder Neoplasien.
Quelle: SCCT 2026, Text, nicht atherosklerotische Koronaranomalien (Abschn. j), S. 20 und 24; CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3.6 · “smooth wall thickening that is circumferential and/or continuous with adjacent fat tissue stranding, showing contrast enhancement, with or without associated focal/multifocal luminal stenosis”
Details
In der Praxis. Beschrieben werden die betroffenen Gefäße und Segmente, ob mehrere voneinander getrennte Verdickungen vorliegen (Skip-Läsionen), der Grad jeder Stenose und Aneurysmen. Die Entzündung kann von der Aorta auf Ostium und proximales Segment der Koronararterien übergreifen; daher wird auch die Aortenwand beurteilt. In der akuten Phase kann das Doppelringzeichen auftreten: innen die ödematöse, hypodense Intima, außen die entzündete Media und Adventitia mit kräftiger Kontrastmittelanreicherung. CAD-RADS 2.0 nennt kein Beispiel für eine Vaskulitis. Nach seinem Beispiel einer Anomalie mit mittelgradiger Stenose (3/E) wird die Einengung graduiert, und das E steht am Ende des Codes.
Fallstrick. Die glatte, zirkumferenzielle Verdickung als konzentrische nicht verkalkte Plaque deuten. Woodworth 2024 zählt die Atherosklerose zu den Imitatoren der Vaskulitis und empfiehlt, bei glatter, zirkumferenzieller oder kontinuierlicher Verdickung an eine Vaskulitis zu denken, vor allem bei akutem Koronarsyndrom ohne klassische kardiovaskuläre Risikofaktoren.
In anderen Quellen. Die SCCT 2026 nennt als Ursachen Takayasu-Arteriitis und Riesenzellarteriitis, Kawasaki-Syndrom, ANCA-assoziierte Vaskulitiden, Morbus Behçet und HIV-Infektion. Nach Gori 2021 überwiegen bei der Takayasu-Arteriitis ostiale Stenosen oder Verschlüsse, beim Kawasaki-Syndrom Aneurysmen gegenüber Stenosen und bei der Riesenzellarteriitis, die die Koronararterien selten befällt, glatte, spitz zulaufende und diffuse Einengungen. Gori führt auch die IgG4-assoziierte Erkrankung mit Periarteriitis oder Aneurysmen auf, die die SCCT 2026 der koronaren Ummauerung und nicht der Vaskulitis zuordnet. (SCCT 2026, S. 24; Gori 2021, Biomedicines, Tab. 1 und Abschn. 5)
In CCTA Map
Für die Vaskulitis hat die Karte kein Bedienelement und ergänzt kein E. Wird die Einengung nicht eingezeichnet, zählt sie nicht für die Kategorie, und ohne weitere Läsionen ergibt sich CAD-RADS 0 („Keine atherosklerotische Plaque oder Stenose“). Wird sie als Läsion gezeichnet, wird sie als „Plaque“ beschrieben, auch wenn unter „Plaquetyp“ „—“ gewählt ist, und zählt für den SIS und das automatische P. Verdickung, Grad, Kategorie und E werden beim Bearbeiten des Entwurfs („✎ Entwurf bearbeiten“) eingetragen, ohne P, wenn in keinem Segment Plaque vorliegt.
Weitere Bezeichnungen:koronararteriovenöse Fistel(Bezeichnung in der anatomischen Klassifikation nach Gentile, die Genoud 2026 aufgreift), Koronararterienfistel, koronar-kamerale Fistel(bei Drainage in eine Herzhöhle), koronar-pulmonale Fistel(bei Drainage in die Pulmonalarterie), coronary artery fistula
Eine Koronarfistel verbindet eine Koronararterie unter Umgehung des myokardialen Kapillarbetts mit einer Herzhöhle, dem Sinus coronarius oder einem großen Gefäß. Nach der SCCT 2026 kann sie in die Ventrikel, die Vorhöfe, den Sinus coronarius, die V. cava superior, die Pulmonalarterie, die Pulmonalvenen oder in mehrere dieser Strukturen drainieren.
Formulierung im Befund
Fistel zwischen proximalem RIVA und Pulmonalstamm aus einem geschlängelten Gefäß ohne Aneurysma, das in die linke laterale Wand des Pulmonalstamms drainiert, mit Kontrastmitteljet in dessen Lumen.
Abgrenzung: die koronar-pulmonale Fistel, bei der eine aus der Aorta entspringende Koronararterie mit der Pulmonalarterie kommuniziert, mit dem anomalen Ursprung aus der Pulmonalarterie (ALCAPA oder ARCAPA), bei dem die Koronararterie aus der Pulmonalarterie selbst entspringt.
Quelle: SCCT 2026, Text, nicht atherosklerotische Koronaranomalien (Abschn. j), S. 22, und Tab. 6, S. 52; CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3.6 und Text zu den Modifikatoren nach Tab. 11 (E bei CAD-RADS 0–5); Qureshi 2006, Abschnitte zu Morphologie und Pathophysiologie · “A coronary artery fistula connects the coronary artery to ventricles, atria, coronary sinus, superior vena cava, pulmonary artery, pulmonary vein or multiple sites, bypassing the myocardial capillary bed.”
Details
In der Praxis. Beschrieben werden Gefäß und Ursprungssegment der zuführenden Arterie, ihr Verlauf, die Drainagestelle sowie die Zahl der zuführenden Arterien und Drainagen, denn nach Qureshi 2006 kann es mehrere zuführende Arterien oder Drainagestellen geben. Ebenfalls befundet werden Kaliber und Schlängelung des Gefäßes, ein Aneurysma im Verlauf mit maximalem Durchmesser und in der CT sichtbare Komplikationen wie Thrombus in der Fistel oder Dilatation von Herzhöhlen durch Volumenbelastung. Die SCCT 2026 empfiehlt nachdrücklich, Anomalien nach Ursprung, Verlauf und Termination zu befunden, ebenso Dilatation oder Aneurysma (Tab. 6). In CAD-RADS 2.0 ist die Fistel eine der Ausnahmen des Modifikators E. Die Kategorie richtet sich weiterhin nach der Stenose und das P nach der Plaque, das E steht am Ende des Codes, und ohne Plaque und Stenose in allen Segmenten lautet der Code CAD-RADS 0/E.
Fallstrick. Eine erweiterte, geschlängelte Koronararterie als Ektasie befunden, ohne sie bis zu ihrer Termination zu verfolgen, wo die ursächliche Fistel liegen kann. Die SCCT 2026 beschreibt die Koronararterien bei Fisteln in dieser Weise und zählt die Fistel zu den Ursachen einer kompensatorischen Ektasie.
In anderen Quellen. In der anatomischen Klassifikation nach Gentile, die Genoud 2026 aufgreift, ist die Fistel eine angeborene oder erworbene Terminationsanomalie. Genoud 2026 bezeichnet sie als klein, wenn ihr Kaliber kleiner ist als das der größten nicht betroffenen Koronararterie, als mittelgroß bei dem 1- bis 2-Fachen des Durchmessers der Referenzkoronararterie und als groß bei mehr als dem 2-Fachen. Als Riesenfistel gilt im Allgemeinen eine Fistel über 8 mm. Beschriebene Komplikationen sind koronares Steal-Phänomen mit Ischämie, Thrombose, aneurysmatische Erweiterung, Herzinsuffizienz, Arrhythmien, Endokarditis und Ruptur. In der CT-Serie von Liu 2014 hatten 60 von 66 Patienten eine koronar-pulmonale Fistel, die bei 54 von ihnen in die linke laterale Wand des Pulmonalstamms drainierte. Bei 46 dieser 60 war ein Kontrastmitteljet in das Lumen zu sehen, bei den übrigen 14 nur ein kleiner Defekt der Arterienwand. (Genoud 2026, Tab. 2 und Abschn. 4.3 und 5.3; Qureshi 2006, Abschnitt zum klinischen Bild; Liu 2014, Ergebnisse)
In CCTA Map
Die Karte stellt keine Fisteln dar und ergänzt für sie kein E. Befund und E werden mit „✎ Entwurf bearbeiten“ eingetragen, nachdem der übrige Koronarbaum markiert ist, denn der bearbeitete Entwurf wird nicht mehr mit der Karte aktualisiert. Verwenden Sie für eine Fistel zum Pulmonalstamm nicht den Ursprung „PT“ unter „Ursprung der Koronararterien“: Der Befundentwurf beschreibt diesen als anomalen Ursprung aus der Pulmonalarterie vom Typ ALCAPA/ARCAPA.
Spontane Koronararteriendissektion und intramurales Hämatom Spontaneous coronary artery dissection and intramural hematomaSCAD#
Weitere Bezeichnungen:spontane Koronardissektion, intramurales Hämatom der Koronararterie, IMH(englische Abkürzung des intramuralen Hämatoms; von der SCCT 2026 verwendet), Koronardissektion(weiter gefasster Begriff aus Tab. 3 von CAD-RADS 2.0; umfasst auch iatrogene, traumatische und durch Atherosklerose oder Aortendissektion bedingte Dissektionen, die die ESC von der SCAD ausschließt), spontaneous coronary artery dissection
Die spontane Koronararteriendissektion ist die akute Bildung eines falschen Lumens in der Wand einer epikardialen Koronararterie, die nicht durch Atherosklerose, Trauma oder einen koronaren Eingriff bedingt ist. Das Blut im falschen Lumen bildet ein intramurales Hämatom, das das wahre Lumen komprimieren kann, mit oder ohne Intimaeinriss.
Formulierung im Befund
Halbmondförmige Wandverdickung ohne Verkalkung im mittleren RIVA mit glatter, spitz zulaufender Lumeneinengung. Verdächtig auf ein intramurales Hämatom bei spontaner Koronararteriendissektion, in der Koronar-CT-Angiographie jedoch nicht sicher von einer nicht verkalkten Plaque zu unterscheiden.
Voraussetzung des Beispiels: Der Satz nennt keinen Grad. Ergänzt werden der Grad der Einengung und die Kategorie mit E, ohne P, wenn in keinem Segment Plaque vorliegt: bei hochgradiger Stenose CAD-RADS 4A/E.
Abgrenzung: das intramurale Hämatom der Dissektion, Blut in der Wand der Koronararterie selbst, mit dem intramuralen Segment einer anomalen Arterie, das in der Aortenwand verläuft, und mit dem intramyokardialen Verlauf der Brücke, der im Myokard liegt.
Quelle: SCCT 2026, Text, nicht atherosklerotische Koronaranomalien (Abschn. j), S. 23; CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3.6 und Tab. 3; Definition: Hayes 2018 (AHA), Einleitung, und Adlam 2018 (ESC), Definition · “A normal CCTA does not exclude spontaneous coronary artery dissection”
Details
In der Praxis. Die SCCT 2026 beschreibt vier Erscheinungsformen, die die Tabelle zusammenfasst. Begleitend können weitere Befunde auftreten: Dichteanhebung des epikardialen Fettgewebes, perlschnurartige Kaliberschwankungen, Schlängelung, Myokardbrücke, Verschluss und fehlende Verkalkung. Im Myokard des Versorgungsgebiets können Perfusionsdefekte und regionale Wandbewegungsstörungen vorliegen. Vasospasmus und Koronarembolie können die Dissektion imitieren, und wegen der räumlichen Auflösung der Koronar-CT-Angiographie schließt eine unauffällige Untersuchung sie nicht aus. Nach CAD-RADS 2.0 werden seine Kategorien bei nicht atherosklerotischen Ursachen wie der Dissektion im Allgemeinen nicht verwendet; für diese wurde der Modifikator E geschaffen, der am Ende des Codes steht. Die Einengung wird mit der üblichen Skala graduiert, und ohne Plaque in allen Segmenten wird kein P vergeben. Nach derselben Regel wie im Beispiel 3/E ist eine hochgradige RIVA-Stenose CAD-RADS 4A/E und ein Verschluss 5/E.
Fallstrick. Eine glatte Wandverdickung ohne Verkalkung bei einer jungen Person mit akutem Koronarsyndrom als „nicht verkalkte Plaque“ bezeichnen. Die SCCT-Terminologie 2023 definiert diese Plaque als atherosklerotisch. Nach der SCCT 2026 ist das intramurale Hämatom mitunter schwer davon abzugrenzen, und zur Bestätigung kann eine invasive Angiographie mit intravaskulärer Bildgebung nötig sein. Für eine Dissektion sprechen, ohne sie zu beweisen, fehlende Verkalkung, abrupte oder spitz zulaufende Stenose, Dichteanhebung des epikardialen Fettgewebes und nach der ESC die Lokalisation in distalen Segmenten bei ansonsten normalen oder nahezu normalen Koronararterien. Auch der umgekehrte Fehler kommt vor: In der Serie von Tweet erwies sich ein vermeintliches Hämatom in der optischen Kohärenztomographie als nicht verkalkte Plaque.
In anderen Quellen. AHA und ESC empfehlen bei Verdacht auf SCAD die invasive Angiographie als erste Untersuchung. Die ESC nennt als Beispiel eine junge Frau oder eine Frau mittleren Alters mit geringem atherosklerotischem Risiko, typischen Symptomen und positiven Biomarkern. Nach der ESC sind Sensitivität und Spezifität der Koronar-CT-Angiographie für die SCAD unbekannt, und falsch negative Befunde sind beschrieben. Nach der AHA stellt die Koronar-CT-Angiographie Dissektionen distaler Segmente, von Seitenästen und von Gefäßen unter 2,5 mm meist schlecht dar. Beide sehen eine mögliche Rolle in der Verlaufskontrolle. In der Serie von Tweet nannten nur zwei der sechs vor der Katheteruntersuchung erstellten CT-Befunde die Dissektion als Differenzialdiagnose. (Hayes 2018 (wissenschaftliche Stellungnahme der AHA), Abschnitt zur Koronar-CT-Angiographie; Adlam 2018 (Positionspapier der ESC), Abschnitte zur Koronar-CT-Angiographie, zu assoziierten angiographischen Befunden und zur Verlaufskontrolle; Tweet 2019, Ergebnisse und Diskussion (Abb. 7); SCCT-Terminologie 2023, Tab. 4)
Erscheinungsformen der Koronardissektion in der Koronar-CT-Angiographie mit ihrer Häufigkeit in einer Serie von 14 Patienten, die innerhalb von zwei Tagen vor oder nach der invasiven Angiographie untersucht wurden.
Zeichen
Darstellung in der Koronar-CT-Angiographie
Patienten mit dem Zeichen
Abrupte Stenose
Der Lumendurchmesser ändert sich um mehr als 50 % auf einer Strecke von 0,5 mm oder weniger
64 %
Intramurales Hämatom
Scharf begrenzte, halbmondförmige Wandverdickung
50 %
Spitz zulaufende Stenose
Der Lumendurchmesser nimmt über etwa 5 mm um mehr als 50 % ab
36 %
Intimalappen
Lineare hypodense Struktur im Lumen
14 %
Quelle: SCCT 2026, S. 23 (Zeichen und Definitionen); Tweet 2019, Abstract und Ergebnisse (Häufigkeiten pro Patient; 14 Patienten und 16 Gefäße).
In CCTA Map
Für Dissektion und intramurales Hämatom hat die Karte kein Bedienelement und ergänzt kein E. Ist nichts weiter markiert, ergibt der Entwurf CAD-RADS 0, unter „Vorgeschlagenes Vorgehen (CAD-RADS 2.0, Konsens)“ mit „Keine zusätzliche kardiale Abklärung“. Zeichnen Sie die Einengung nicht als Läsion ein. Tragen Sie mit „✎ Entwurf bearbeiten“ Befund, Grad und Kategorie mit E ein (ohne P, wenn in keinem Segment Plaque vorliegt), und korrigieren Sie das Vorgehen. Ab diesem Zeitpunkt wird der Entwurf nicht mehr mit der Karte aktualisiert.
Modifikator E (Ausnahmen) Modifier E (exceptions)E#
Weitere Bezeichnungen:CAD-RADS-Ausnahmen, E-Modifikator, exceptions modifier
Der Modifikator E kennzeichnet einen nicht atherosklerotischen Koronarbefund. Er steht am Ende des CAD-RADS-Codes, nach N, HRP, I, S und G, und begleitet die Kategorie, ohne sie zu ersetzen.
Formulierung im Befund
Anomaler Ursprung der RCA aus dem linken Koronarsinus mit interarteriellem Verlauf und mittelgradiger Stenose (50–69 %) des proximalen Segments. Kein Hinweis auf koronare Atherosklerose. CAD-RADS 3/E.
die Karte graduiert keine Einengung ohne Plaque: Eine Anomalie mit mittelgradiger Stenose ergibt 0/E statt 3/E; nicht behoben (in der Karte geprüft am 2026-10-08).
Quelle: CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3.6 (Modifier E = exceptions) und Tab. 3 · “a modifier “E” is used to account for any non-atherosclerotic narrowing of the coronary arteries and should be added at the end of the score as a modifier”
Details
In der Praxis. Tab. 3 von CAD-RADS 2.0 ist keine abschließende Liste. Sie umfasst Dissektion, anomalen Ursprung, Aneurysma oder Pseudoaneurysma, Vaskulitis, Fistel, extrinsische Kompression, arteriovenöse Malformation und weitere Ursachen. Die nicht atherosklerotische Einengung wird graduiert, und eine interarterielle Anomalie mit mittelgradiger Stenose ist CAD-RADS 3/E.
Fallstrick. Dem Code einer Anomalie ein P hinzufügen, obwohl in keinem Segment Plaque vorliegt. CAD-RADS 2.0 lässt das P in seinem Beispiel einer interarteriellen Anomalie ohne Plaque weg.
In anderen Quellen. CAD-RADS 1.0 kannte nur die Modifikatoren N, S, G und V, sodass ein nicht atherosklerotischer Befund keinen eigenen Code hatte. Mit CAD-RADS 2.0 kamen die Modifikatoren I und E hinzu, und der Modifikator V (vulnerable Plaque) wurde in HRP (Hochrisiko-Plaque) umbenannt. (CAD-RADS 1.0, Tab. 1, S. 271; CAD-RADS 2.0, Abschn. 3.3 und 3.3.6)
In CCTA Map
Die Karte ergänzt E bei anomalem Ursprung eines Gefäßes, bei singulärer Koronararterie und bei einer Myokardbrücke mit systolischer Kompression ≥50 %. Das Fehlen des Hauptstamms im Reiter „Hauptstamm“ ergänzt kein E, und bei den übrigen Ausnahmen wird das E von Hand eingetragen. Einschränkung der Karte: Eine Einengung ohne Plaque wird nicht graduiert. Ohne Plaque im Koronarbaum ergibt eine interarterielle Anomalie mit mittelgradiger Stenose CAD-RADS 0/E statt 3/E, und wird die Einengung als Läsion gezeichnet, ergänzt die Karte P1 und beschreibt sie als Atherosklerose. Die Kategorie wird von Hand im Entwurf korrigiert, ohne P, wenn in keinem Segment Plaque vorliegt.
Wörtliche Ausgabe des Befundentwurfs der Karte
Ursprung und Verlauf: Ramus circumflexus (LCX) mit anomalem Ursprung aus dem rechten Koronarsinus, mit eigenem Ostium, getrennt vom Ostium der rechten Koronararterie; retroaortaler Verlauf hinter der Aortenwurzel bis zur linken atrioventrikulären Furche, dort gewohnter Weiterverlauf (ICAAC: LCX-AAOCA/RS-RA). Der Hauptstamm entspringt aus dem linken Koronarsinus und setzt sich als Ramus interventricularis anterior fort. Kein Gefäß verläuft zwischen Aorta und Pulmonalstamm. Versorgungstyp: rechts.
Ramus interventricularis anterior (LAD): proximales Segment: nicht verkalkte Plaque, milde Stenose (25-49%) mit Merkmalen einer Hochrisiko-Plaque (niedrige Dichte und positives Remodeling); der übrige Gefäßverlauf ist unauffällig. Äste D1, D2: unauffällig.
Beurteilung Geringe, nicht obstruktive koronare Herzkrankheit. CAD-RADS-Kategorie 2/P1/HRP/E.
Anomaler Koronarursprung mit benignem Verlauf ohne interarteriellen Abschnitt zwischen Aorta und Pulmonalstamm.
Nicht-obstruktive KHK in LAD.
Selbsttest
Kurze Fragen zur Überprüfung des Wesentlichen. Die Antwort erscheint nach der Auswahl.
1Die RCA entspringt aus dem linken Koronarsinus mit interarteriellem Verlauf. In ihrem proximalen Segment verursacht die Kompression zwischen Aorta und Pulmonalstamm eine mittelgradige Stenose. In keinem Segment liegt Plaque vor. Wie wird kodiert?
CAD-RADS 2.0 führt als Beispiel eine interarterielle Anomalie mit mittelgradiger Stenose an und kodiert sie als 3/E. Da in keinem Segment Plaque vorliegt, enthält der Code kein P. Zum Begriff
2Im mittleren RIVA verläuft ein 30 mm langes Segment im Myokard, im Querschnitt von einer 3 mm dicken Muskelschicht bedeckt. Wie wird die Brücke nach der SCCT 2026 klassifiziert?
Die Brücke ist ab 2 mm Myokard tief und ab 5 mm sehr tief; 3 mm ergeben also eine tiefe Brücke. Sie misst 30 mm und gilt ab 25 mm als lang. Zum Begriff
3Der RIVA entspringt aus dem rechten Koronarsinus. Sein proximales Segment verläuft unterhalb der Pulmonalklappe im Kammerseptum und erscheint wieder im Sulcus interventricularis anterior. Wie wird der Verlauf beschrieben?
Der transseptale oder subpulmonale Verlauf zieht im Septum unterhalb der Pulmonalklappe. Nach der SCCT 2026 wird er weniger komprimiert als der interarterielle Verlauf zwischen Aorta und Pulmonalstamm. Zum Begriff
4Eine anomale RCA entspringt aus dem linken Sinus mit interarteriellem Verlauf. Im Querschnitt ihres proximalen Abschnitts ist das Lumen ein ovaler Schlitz, der Abgang bildet einen spitzen Winkel, und auf der Aortenseite fehlt perikoronares Fett. Wofür sprechen diese Zeichen?
Nach der SCCT 2026 ist das intramurale Segment nicht direkt sichtbar. Es wird aus dem spitzen Abgangswinkel, dem schlitzförmigen Ostium und dem unvollständigen perikoronaren Fett auf der Seite des Aortenlumens abgeleitet. Zum Begriff
5Die RCA misst auf 80 % ihrer Länge 7 mm. Ihr distales Segment mit normalem Kaliber misst 4 mm. Wie wird die Erweiterung eingeordnet?
Der Durchmesser beträgt das 1,75-Fache des Referenzdurchmessers, also mehr als das 1,5-Fache. Da die Erweiterung mehr als 50 % des Gefäßes einnimmt, bezeichnet die SCCT 2026 sie als Ektasie und nicht als Aneurysma. Zum Begriff
Literatur
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Quellen der Hinweise „In anderen Quellen“
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